Europäische Dimension archäologische Ausgrabungen KZ Gusen

Der Zweite Weltkrieg zerstörte grundlegende europäische Werte. Ganz Europa litt unter dem Terror des Nationalsozialismus, Millionen Menschen aus vielen Ländern wurden in Konzentrationslagern ermordet. Die NS-Ideologie missbrauchte dabei auch wissenschaftliche Disziplinen wie die Archäologie, um ihre Weltanschauung zu legitimieren. Im Konzentrationslager Gusen wurden KZ-Häftlinge – darunter polnische Priester – gezwungen, archäologische Ausgrabungen durchzuführen, die der ideologischen Inszenierung dienen sollten. Gleichzeitig nutzten einzelne Häftlinge wie der Priester Johann Gruber diese Arbeiten, um Hilfe- und Überlebensstrukturen für Mitgefangene aufzubauen.

Das Projekt greift diese Geschichte gemeinsamer europäischer Werte auf. Erwachsenenbildner:innen und Mitarbeiter:innen verschiedener Organisationen arbeiten partizipativ zusammen, tauschen Erfahrungen aus und entwickeln eine Wanderausstellung, einen Ausstellungskatalog sowie einen Film. Im Mittelpunkt stehen Biografien von KZ-Häftlingen aus Polen sowie von Kazimierz Gelinek und Johann Gruber und ihre Verbindungen zwischen Polen, Österreich und Deutschland (Gusen – Dachau).

Biografische Zugänge werden gezielt als Methode der Erwachsenenbildung eingesetzt, um historisches Wissen und emotionale Zugänge zu vermitteln. Die Materialien stehen in Deutsch, Englisch und Polnisch sowie online zur Verfügung. Das Projekt wird in Kooperation mit der Evangelischen Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau umgesetzt. Es trägt zur Stärkung von Menschenrechten, Rechtsstaatlichkeit und europäischer Identität bei und thematisiert zugleich die bis heute unzureichend aufgearbeitete geistige Ausbeutung deportierter Wissenschaftler wie Kazimierz Gelinek durch die NS-Zeit. Weitere Informationen:

Erasmus+: Europäische Dimension archäologische Ausgrabungen KZ Gusen

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