Aktion Sühnezeichen in der Versöhnungskirche

Seit 1979 gehören jeweils bis zu zwei Freiwillige der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste zum Team der Evangelischen Versöhnungskirche. Neben der Mitarbeit in der Versöhnungskirche arbeiten sie auch noch im Projekt „Gedächtnisbuch für Häftlinge des KZ Dachau“. Beim Förderverein für intern. Jugendbegegnung und Gedenkstättenarbeit und in der KZ-Gedenkstätte Dachau wird eine projektbezogene Mitarbeit erwartet (Betreuung von ehemaligen Häftlingen, Übersetzungen etc.). Neben Führungen durch die KZ-Gedenkstätte, ist ein wichtiger Bestandteil ihrer Arbeit die Vorbereitung und Durchführung der 2-wöchigen internationalen Jugendbegegnung im Sommer in Dachau.

Unsere derzeitigen Freiwilligen der Aktion Sühnezeichen

Kristina kommt aus Russland und arbeitet für ein Jahr als Freiwillige der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste (ASF) in der Evangelischen Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau.

Ich heiße Kristina und komme aus Russland. Ich studierte bis Sommer 2019 an der staatlichen sozialpädagogischen Universität in Wolgograd im Institut für Fremdsprachen, Lehrstuhl der deutschen Sprache und Technik des Unterrichts. Obwohl ich noch bis zum Bachelor-Abschluss 2 Jahre studieren muss, habe ich mich dazu entschlossen, Freiwillige bei der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste zu werden.

Meine Heimatstadt ist vor allem durch die Ereignisse der Schlacht um Stalingrad weltweit bekannt. In Wolgograd wurden die Gedenkstätten „Mamajew-Hügel“, mit einer der größten Skulpturen der Welt „Mutter Heimat ruft“ und das Panorama-Museum errichtet. Jedes Jahr kommen viele ausländische Besucher in die Stadt. Ehrenamtlich arbeitete ich als Begleiterin und Dolmetscherin bei der Verwaltung in meiner Stadt im Rahmen der Entwicklung russisch-deutschen Beziehungen. Die Geschichte des 20. Jahrhunderts wurde zum einem Schwerpunkt in meinem Leben. Ein wichtiger meines Freiwilligendienstes ist das Gedächtnisbuchprojekt.

Ich freue mich auf Möglichkeit, mich in der Erinnerungsarbeit zu engagieren.

Paul kommt aus Frankreich und arbeitet für ein Jahr als Freiwillige der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste (ASF) in der Evangelischen Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau.

Ich heiße Paul, bin 20 Jahre alt und komme aus Frankreich. Ich habe im Sommer mein Studium mit meinem Bachelor in Geschichte und in Philosophie abgeschlossen. Ich bin an Geschichte allgemein interessiert, interessiere mich aber besonders für das 20. Jahrhundert. Nach drei Jahren Studium will ich eine neue Kultur und ein neues Land entdecken und kennen lernen. Ich habe die Möglichkeit eines Freiwilligendienstes bei ASF entdeckt, sich freiwillig in Deutschland zu engagieren. Für mich ist das sehr interessant, weil ich glaube, dass es für mich wichtig, eine Zeit lang ins Ausland zu gehen und auch an der Geschichte und in der Erinnerungsarbeit zu arbeiten. Teil meines Freiwilligendienstes, ist neben der Arbeit in der Versöhnungskirche, die Mitarbeit bei dem Erinnerungsbuchprojekt „Namen statt Nummern“.

60 Jahre Aktion Sühnezeichen Friedensdienst

Eine Radioreportage (BR 2) über die Arbeit der ASF Freiwilligen in der Versöhnungskirche:

Abschlussberichte von ASF-Freiwilligen

Beata Tomczyk, Polen

Agathe Halmen, Rumänien

Maurycy Przyrowski, Polen

Jan Kwiatkowski, Polen

Lynn Williams, USA

Larissa Levanova, Russland

Aleksandra (Ola) Kozyra, Polen

Ian Maloy, Wales

Sarah Heim, USA

Redebeiträge bei Gedenkfeiern

Anastasiia Lapteva, Russland

Beata Tomczyk, Polen

Lera Plontnyk, Ukraine

Agathe Halmen, Rumänien

Maurycy Przyrowski, Polen

Maya Bakulina, Russland

Jan Kwiatkowski, Polen

Ljuba Vaserina, Belarus

Roy Scivyer, England

Irina Grinkevich, Belarus

Teresa Walch, USA

Daniiela Pashko, Ukraine

Mitarbeit in der Aktion Sühnezeichen

Freiwillige können in der Regel am 1.9. mit ihrem Dienst beginnen. Interessentinnen und Interessenten wenden sich bitte an die

Evangelische Versöhnungskirche
in der KZ-Gedenkstätte
Alte Römerstr. 87
85221 Dachau

oder direkt an

Aktion Sühnezeichen Friedensdienste e.V.
Auguststr. 80
10117 Berlin
www.asf-ev.de

Die Arbeit des Aktion Sühnezeichen Friedensdienste e.V.

1958 wurde auf der Synode der evangelischen Kirche in Deutschland folgender Aufruf verlesen:

"Wir Deutschen haben den Zweiten Weltkrieg begonnen und schon damit mehr als andere unmeßbares Leiden der Menschheit verschuldet; Deutsche haben in frevlerischem Aufstand gegen Gott Millionen Juden umgebracht. Wer von uns Überlebenden das nicht gewollt hat, der hat nicht genug getan, es zu verhindern (...) Wir haben vornehmlich darum noch keinen Frieden, weil zuwenig Versöhnung ist ... Aber noch können wir, unbeschadet der Pflicht zu gewissenhafter politischer Entscheidung, der Selbstrechtfertigung, der Bitterkeit und dem Hass eine Kraft entgegensetzten."

Dieser Aufruf war die Gründung der Aktion Sühnezeichen, die seitdem versucht, durch konkrete Freiwilligendienste im In- und Ausland der Versöhnung und damit der Überwindung von Hass, Angst und Gleichgültigkeit etwas näher zu kommen. Dies soll realisiert werden durch konkrete Arbeit in den Ländern, die während des Zweiten Weltkrieges von Deutschland überfallen wurden.

Erste Projekte

Die ersten Projekte begannen 1959. Damals arbeiteten die Freiwilligen vor allem an Bauprojekten mit, z.B. an einer Synagoge in Villeurbanne bei Lyon, oder einer Kirche und einem Blindenheim in Norwegen.

Soziale Arbeit

Ab Mitte der sechziger Jahre trat die soziale Arbeit in den Vordergrund. Die Freiwilligen arbeiten heute bei der Betreuung von Holocaust-Opfern, in Einrichtungen für Behinderte, mit Menschen, die Opfer heutiger gesellschaftlicher Zustände sind und in Gedenkstätten.

Die Arbeit heute

Heute arbeiten etwa 180 ASF-Freiwillige für ein Taschengeld 12 Monate in Israel, Norwegen, in den Niederlanden und in Belgien, in Rußland, Weißrußland, Polen, in der Tschechischen Repulik, in den USA, in Bosnien, Großbritannien, Frankreich und Deutschland. Der Friedensdienst mit ASF wird für Wehrdienstverweigerer als sogenannter anderer Dienst im Ausland anerkannt.

Neben den längerfristigen Diensten bietet ASF auch die Möglichkeit zur Mitarbeit in zwei- bis dreiwöchigen Workcamps im In- und Ausland an.

Seit 1979 ist die Evangelische Versöhnungskirche Träger von zwei Freiwilligenstellen.

Die Menschen hinter der Geschichte - Gespräch mit ASF-Freiwilligen

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