Veranstaltungen der Versöhnungskirche

Veranstaltungen

Herbst- und Winterprogramm 2018/2019

Veranstaltungen der KZ-Gedenkstätte Dachau

Nie wieder / Erinnerungstag im deutschen Fußball

25.01.19  -  27.01.19   in den Stadien der beiden Bundesligen

Der Anstoß zur „Initiative Erinnerungstag im deutschen Fußball“ ging 2004 von der Versöhnungskirche aus. In enger Kooperation mit Faninitiativen, dem DFB und der DFL sind zum Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus rund um den 19. Spieltag Aktionen in den Stadien der beiden Bundesligen geplant.

Nähere Informationen unter www.niewieder.info

Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus / Zeitzeugengespräch

27.01.19 / 19:00   Rathaus Dachau, Konrad-Adenauer-Straße 2-6

Ruth Melcer wurde 1935 als Ryta Cukierman im polnischen Tomaszów Mazowiecki nahe Lodz geboren. Ende 1942 wird die gesamte Familie in das Zwangsarbeitslager nach Blizyn verschleppt, 1944 nach Auschwitz deportiert. Kurz nach der Ankunft wird ihr kleiner Bruder ermordet, während Ruth mit der Mutter zur Arbeit eingeteilt wird. Später muss das Kind 6 Wochen allein in Auschwitz verbringen – die Mutter war nach Ravensbrück gebracht worden. Die Befreiung durch die Rote Armee erlebt sie wie eine Fata Morgana. Nach dem Krieg beschließt die Familie, auch die Eltern hatten überlebt, nach einem Massaker an Juden in Kielce Polen zu verlassen. Über Berlin gelangt die Familie nach München, wo Ruth Melcer – nach Stationen in Tel Aviv und Augsburg – bis heute lebt. Der „Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus“ wurde im Jahr 1996 vom damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog – mit dem Datum der Befreiung des KZ Auschwitz am 27. Januar 1945 – eingeführt. Begrüßung: Oberbürgermeister Florian Hartmann; Zeitzeugengespräch mit Ruth Melcer; Moderation: Dr. Gabriele Hammermann; Veranstalter: Stadt Dachau in Zusammenarbeit mit Dachauer Forum e.V., Evangelische Versöhnungskirche, Förderverein für Internationale Jugendbegegnung und Gedenkstättenarbeit in Dachau e.V., Max Mannheimer Haus Dachau, KZ-Gedenkstätte Dachau, Lagergemeinschaft Dachau, Verein Zum Beispiel Dachau

Trägerkreis NS-Opfer-Gedenktag in Dachau

Evangelische Kirche und Konzentrationslager / Buchvorstellung

31.01.19 / 19:30   Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau

Um das Verhältnis der evangelischen Kirche zum KZ-System zwischen 1933 und 1945 darzustellen, untersucht Rebecca Scherf in ihrer Doktorarbeit wesentliche Aspekte. Bis 1937 duldete die SS noch kirchliche Seelsorge in den Lagern. Andererseits wurde bereits im März 1933 der erste evangelische Pfarrer aus politischen Gründen in KZ-Haft genommen, bis März 1945 waren es insgesamt 71 deutsche Geistliche. In einem Überblick dokumentiert die Autorin erstmals alle diese Geistlichen. Ein Großteil der Inhaftierungen erfolgte 1935 und 1941/42, zumeist in den Lagern Sachsenburg und Dachau. Auf der Grundlage von Tagebucheinträgen und Predigten wird das protestantische Leben der Geistlichen im Dachauer Pfarrerblock rekonstruiert - eine wichtige Ergänzung zu den bereits vorliegenden Studien zu den katholischen Priestern, die mit mehr als 90 % die große Mehrheit der Geistlichen im KZ Dachau stellten. Die Arbeit wurde mit dem Wilhelm Freiherr von Pechmann-Preis 2018 ausgezeichnet. Mitwirkende: Dr. Heinz H. Niemöller (geboren 1924, durfte mit einer Ausnahmegenehmigung seinen Vater, Pfarrer Martin Niemöller, im KZ Dachau besuchen), Dr. Rebecca Scherf (Kirchenhistorikerin, Ludwig-Maximilians-Universität München) und Dr. Irmgard Schwaetzer (Bundesministerin a.D. und Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland) Soeben erschienen: Rebecca Scherf: Evangelische Kirche und Konzentrationslager (1933-1945), Arbeiten zur Kirchlichen Zeitgeschichte Reihe B: Darstellungen, Band 71, Vandenhoeck & Ruprecht Verlage, Göttingen - ISBN: 978-3-525-57057-9, 296 Seiten, gebunden, 60 € (als E-Book 49,99 €)

Ein Verzeichnis aller evangelischen Geistlichen im KZ Dachau findet sich hier auf der Website unter dem Menüpunkt "Pastoren im KZ-Dachau".

„Ich wurde am 2. Mai 1945 neu geboren“ / Zeitzeugengespräch mit Natan Grossmann

07.02.19 / 19:30   Klosterkirche Karmel Heilig Blut Dachau, Alte Römerstr. 91

Natan Grossmann wurde 1927 im polnischen Zgierz bei Lódz geboren. Nach der deutschen Besetzung seiner Heimat wurde er mit seiner jüdischen Familie 1940 ins Ghetto Litzmannstadt (Lódz) zwangsweise umgesiedelt. Ab 1942 war er dort ganz allein: sein älterer Bruder und sein Vater ermordet, seine Mutter verhungert. Im August 1944 wurde das Ghetto aufgelöst, Natan nach Auschwitz transportiert, dann weiter in das KZ-Außenlager Vechelde bei Braunschweig zur Zwangsarbeit. Im März 1945 musste er auf einen Todesmarsch. Bei Ludwigslust (Mecklenburg) wurde er am 2. Mai durch US-Truppen befreit. Nach 15 Jahren in Israel lebt er seit 1961 in München und widmet sich in seiner Freizeit dem Sport, heute als Ehrenmitglied des TSV Maccabi München.

Kooperation: Katholische Seelsorge, Karmel Heilig Blut

Transit Belgien / Buchvorstellung über deutsche und österreichische Künstler im Exil 1933-1945

21.02.19 / 19:30   Stadtbücherei Dachau, Max-Mannheimer-Platz 3

1933 begann die Flucht der Schriftsteller, Maler, Schauspieler und Musiker, die wegen ihrer jüdischen Herkunft und ihres politischen Engagements von den Nationalsozialisten verfolgt wurden. Die ideologische Gleichschaltung des Kunstbetriebs, bei der zahlreiche Werke als „entartet“ verboten und zerstört wurden, war für weitere Künstler ein Grund, Deutschland zu verlassen. Für viele war Belgien eine bedeutsame Station. Als die Wehrmacht Belgien im Mai 1940 überfiel, hatten die meisten dieser Künstler das Land bereits wieder verlassen. Der Germanist und Kunsthistoriker Dr. Veit Johannes Schmidinger stellt sein Buch vor, in dem er die bewegenden Lebens- und Exilswege von 15 Künstlerinnen und Künstlern porträtiert.

Kooperation: Katholische Seelsorge, Dachauer Forum, Stadtbücherei Dachau