Veröffentlichungen zum Thema

Religiöse Erinnerungsorte in der KZ-Gedenkstätte Dachau

Buch Religiöse Erinnerungsorte in der KZ-Gedenkstätte Dachau

Ausgehend von den Erfahrungen der im KZ Dachau inhaftierten Geistlichen gab es bereits kurz nach der Befreiung Planungen, das Dachauer Lagerareal durch Kreuzzeichen und Kirchenbauten christlich zu prägen. Zwischen 1960 und 1967, im Kontext der Errichtung der KZ-Gedenkstätte, entstanden an einem »Ort der Meditation« die katholische Todesangst- Christi-Kapelle, die jüdische Gedenkstätte und die international bekannte evangelische Versöhnungskirche. Ergänzt wurden diese durch das Karmelitinnenkloster »Heilig Blut« sowie die russisch-orthodoxe Auferstehungskapelle.

Die religiösen Erinnerungsorte im ehemaligen Lager Dachau künden vom gesellschaftlichen Neuaufbruch und vom aufrechten Willen zum Gedenken. Ihre komplexe Baugeschichte wie auch ihre Kunstwerke werden in dieser reich bebilderten Publikation erstmals gemeinsam vorgestellt. Zudem berichten die vor Ort Tätigen von der kirchlichen Gedenkstättenarbeit.

Deutscher Kunstverlag Berlin München, 1. Auflage, Berlin 2010, 96 Seiten mit 39 farbigen und 8 schwarzweißen Abbildungen und ein Lageplan, 12x20 cm, EUR 8,00 (D)/8,30 (A)/CHF 14,90 - ISBN 978-3-422-02237-9
Dachau Concentration Camp Memorial Site: Religious Memorials ISBN 978-3-422-02238-6
Über den Buchhandel erhältlich

Namen statt Nummern

Dachauer Lebensbilder und Erinnerungsarbeit

Buch Namen statt Nummern

Im Auftrag der Evangelischen Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau in Verbindung mit dem Trägerkreis "Gedächtnisbuch für die Häftlinge des KZ Dachau" herausgegeben von Sabine Gerhardus und Björn Mensing

Millionen Menschen wurden zwischen 1933 und 1945 in den Konzentrationslagern gequält. Wer kann sich unter diesen unermesslichen Zahlen überhaupt etwas vorstellen? Konkret und persönlich wird Erinnern und Gedenken erst, wenn einzelne KZ-Häftlinge wieder als Individuen sichtbar gemacht werden: Namen statt Nummern. Seit 1999 konnten zahlreiche Jugendliche und Erwachsene dafür gewonnen werden, ein Schicksal lebendig werden zu lassen. Sie recherchierten Informationen und Dokumente und erstellten daraus im Gespräch mit Angehörigen und Zeitzeugen ein "Gedächtnisblatt". Die Beiträge zu Israel Hener, Renée Lacoude, Jurij Piskunow, Andreas Zollner und elf Mithäftlingen werden im Buch erstmals abgedruckt. Hinzu kommen Kurzbiographien der 113 evangelischen Pfarrer aus ganz Europa, die in Dachau eingesperrt waren. Interessierte finden Informationen zum Projekt Gedächtnisbuch sowie zur Erinnerungsarbeit und Gedenkkultur an der Versöhnungskirche, auch als Anregung für eigene Initiativen.

Mit einem Grußwort von Pieter J. Ph. Dietz de Loos, Präsident des Comité International de Dachau, und einem gemeinsamen Geleitwort vom Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bischof Wolfgang Huber, und vom bayerischen Landesbischof Johannes Friedrich.

Evangelische Verlagsanstalt, 2., durchgesehene Auflage, Leipzig 2009, 372 Seiten mit 51 Abb., 14,5 x 21,5 cm, Paperback, EUR 12,80 (D)/13,20 (A)/CHF 23,50 - ISBN 978-3-374-02488-9 Über den Buchhandel erhältlich

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Quellen und Literatur zum Pfarrerverzeichnis

Weitere Veröffentlichungen

Folgende Publikationen können Sie schriftlich, per Fax oder einfach per E-Mail bei der Versöhnungskirche für eine Unkostenbeitrag von jeweils 5 € pro Exemplar erhältlich, Zusendung ist gegen Kostenerstattung möglich.

So sind wir nun Botschafter (Ernst Wilm)

Zeugnisse aus dem Kirchenkampf und dem KZ Dachau

Ernst Wilm (1901-1989) war während des Kirchenkampfes im "Dritten Reich" Gemeindepfarrer in Mennighüffen/Westfalen. Seine unbeugsame Haltung gegenüber den damaligen Machthabern sowie sein öffentlicher Widerstand gegen das 1939 begonnene Euthanasieprogramm führten Anfang 1942 zu seiner Verhaftung und anschließenden Einweisung ins Konzentrationslager Dachau. Nach dem Kriege wurde Wilm zum Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen berufen; ein Amt, das er bis zu seiner Emeritierung 1968 innehatte.

Luther-Verlag, Bielefeld 1979, 140 Seiten, Paperback. Restauflagen (im Büro der Versöhnungskirche für jeweils 5 Euro pro Exemplar erhältlich, Zusendung möglich)

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Mit Kreuz und Hakenkreuz (Armin Rudi Kitzmann)

Die Geschichte der Protestanten in München 1918-1945

Chronologisch sind die Kapitel strukturiert: "Eine Kirche wird selbständig oder Das Ende der Staatskirche 1918-1924", "Zwischen den Zeiten 1925-1933", "Zwischen Widerstand und Anpassung 1934-1938", "Der Freiheit entgegen 1939-1945". Jedes Kapitel beginnt mit einem instruktiven Überblick ("Zeitschau") und einer tabellarischen Übersicht über die politischen und kirchenpolitischen Entwicklungen in Deutschland, Bayern und München. Dann folgt jeweils eine detaillierte und mit zahlreichen Abbildungen illustrierte Dokumentation der Geschehnisse in München, die aber durch die Einbeziehung der bayerischen Kirchenleitung oft für die ganze Landeskirche relevant waren.

Ambivalent beurteilt Kitzmann, der sich sehr um eine ausgewogene Darstellung bemüht, den Kurs der intakten bayerischen Landeskirche im Dritten Reich: "Die Frage aber bleibt: Ist ein Gefühl tiefer Dankbarkeit für die Bewahrung unserer bayerischen Kirche vor Schlimmerem angebracht oder die Klage, dass nicht mehr Einsatz und mehr Opfer gebracht wurde? Möglicherweise beides."

Dieses Buch ist nicht nur Münchnerinnen und Münchnern, die sich für die Kirchengeschichte in der Weimarer Republik und im "Dritten Reich" interessieren, sehr zu empfehlen. Auch für die Geschichte der bayerischen Landeskirche in dieser Zeit fehlt bisher eine vergleichbare Dokumentation.

Claudius Verlag, München 1999, 393 Seiten, gebunden. Restauflagen (im Büro der Versöhnungskirche für jeweils 5 Euro pro Exemplar erhältlich, Zusendung möglich)

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Widerstehen

Wirkungsgeschichte und aktuelle Bedeutung christlicher Märtyrer

Dietrich Bonhoeffer gehört für viele Menschen in Deutschland - und weit darüber hinaus - zu den wichtigsten Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Ein Grund dafür ist sein überzeugender Widerstand gegen den Nationalsozialismus, den er mit dem Leben bezahlte.

Inzwischen kommen im deutschen Protestantismus auch andere Todesopfer aus der NS-Zeit in den Blick. Manche von ihnen zählte man in den ersten Jahrzehnten nach 1945 nicht zu den christlichen Blutzeugen, da sie "nur" politischen Widerstand geleistet, Verfolgten geholfen oder den Kriegsdienst verweigert hatten. Erst seit wenigen Jahren ist eine intensive Beschäftigung mit den "vergessenen" Opfern des stalinistischen Terrors möglich, deren Leidenswege von den Tätern systematisch verwischt wurden und die es jetzt zu erhellen gilt. Dieser Band bietet lexikalisch Daten von 184 Todesopfern des Stalinismus aus dem Baltikum, aus der UdSSR und aus der SBZ/DDR sowie von 125 Todesopfern des Nationalsozialismus.

In weiteren Beiträgen geben der Altlandesbischof Heinrich Rathke, der Theologieprofessor Folkert Rickers und der Krankenhausseelsorger Burkhart Mecking wichtige Impulse für eine angemessene, ökumenisch orientierte Erinnerungskultur in Kirche, Schule und individueller Spiritualität - jenseits falscher Idealisierungen. Hinzu kommen Studien des Kirchenhistorikers Björn Mensing zum evangelischen Märtyrergedenken in Deutschland vom 16. bis zum 20. Jahrhundert.

Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig 2002, 246 Seiten, Paperback. Restauflagen (im Büro der Versöhnungskirche für jeweils 5 Euro pro Exemplar erhältlich, Zusendung möglich)

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Mitmenschlichkeit - Zivilcourage - Gottvertrauen (Björn Mensing / Heinrich Rathke)

Evangelische Opfer von Nationalsozialismus und Stalinismus

Nationalsozialismus und Stalinismus forderten Millionen Opfer - unter ihnen auch zahlreiche evangelische Christinnen und Christen. Menschen, die Verfolgten halfen oder sich am politischen Widerstand beteiligten. Menschen, die in der NS-Zeit wegen ihrer jüdischen Herkunft oder unter bolschewistischer und stalinistischer Herrschaft wegen ihrer sozialen Stellung und ihrer Treue zur Kirche verfolgt wurden.

Mehr als 340 Frauen und Männer aus Deutschland und dem Bereich der ehemaligen Sowjetunion werden in diesem Buch zum Teil erstmalig porträtiert. Dabei reicht das Spektrum von Persönlichkeiten wie dem deutschbaltischen Pastor Ludwig Zimmermann, der 1906 wegen seiner Kritik am Terror der Revolutionäre zusammen mit seiner Frau Katharina erschossen wurde, über bekannte Widerstandskämpfer wie Sophie Scholl und Dietrich Bonhoeffer, bis hin zu Matthias Domaschk, der sich in der Jungen Gemeinde in Jena engagierte und 1981 in Stasi-Untersuchungshaft ums Leben kam.

Eindrückliche Lebensbilder und Kurzbiographien, die auch heute Orientierung für verantwortliches Handeln geben können.

Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig 2003, 391 Seiten, Paperback. Restauflagen

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