Herbst- und Winterprogramm 2011/2012
Frühjahrs- und Sommerprogramm 2011
Herbst- und Winterprogramm 2010/2011
Frühjahrs- und Sommerprogramm 2010
Herbst- und Winterprogramm 2009/2010
Frühjahrs- und Sommerprogramm 2009
Herbst- und Winterprogramm 2008/2009
Frühjahrs- und Sommerprogramm 2008
Herbst- und Winterprogramm 2007/2008
27.01.12 / 19:00 - / Ludwig-Thoma-Haus, Augsburger Straße 23, Dachau
Trägerkreis Holocaust-Gedenktag in Dachau
Auf Einladung des "Runden Tisches für Zeitgeschichte" findet wie jedes Jahr anlässlich des Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus ein Zeitzeugengespräch statt. Als Zeitzeuge spricht Abba Naor. Abba Naor kam 1928 in Kaunas zur Welt. Er erlebte die Verfolgung der litauischen Juden ab 1941, als er mit seiner Familie nach dem Einmarsch deutscher Truppen ins Ghetto gezwungen wurde, das die SS allmählich in ein Konzentrationslager umwandelte. Mehrere seiner Angehörigen wurden damals ermordet. Ihn selbst verschleppte die SS im Sommer 1944 zuerst in das KZ Stutthof bei Danzig, später in die Lager Utting am Ammersee und Kaufering I, die zum größten Außenlagerkomplex des KZ Dachau gehörten. Den Todesmarsch der KZ-Häftlinge aus Kaufering Ende April 1945 überlebte er dank der Befreiung durch die Amerikaner. Abba Naor, der heute in Israel lebt, kommt jedes Jahr nach Deutschland, um als Zeitzeuge über seine persönliche Erinnerung an die NS-Zeit zu berichten. Bei seinen Schulbesuchen sagt er den Jugendlichen: "Was ich euch heute erzähle, wird für mich beim Sprechen immer wieder lebendig". Der Eintritt ist frei.
Trägerkreis Holocaust-Gedenktag in Dachau
27.01.12 - 29.01.12
Nähere Informationen unter www.versoehnungskirche-dachau.de/themen/pages/ProjekteFussball.htm
Die „Initiative Erinnerungstag im deutschen Fußball“ wurde 2004 von der Versöhnungskirche angestoßen. In enger Kooperation mit Faninitiativen, dem DFB und der DFL sind auch für 2012 anlässlich des Gedenktags für die Opfer des Nationalsozialismus rund um den 19. Spieltag Aktionen in den Stadien der beiden Bundesligen geplant.
Nähere Informationen unter www.versoehnungskirche-dachau.de/themen/pages/ProjekteFussball.htm
18.01.12 / 19:30 - / Kino Cinema, Fraunhoferstraße 5, Dachau
Nach der Vorführung des Films (100 Minuten), moderiert Pfarrer Dr. Björn Mensing das Nachgespräch mit dem Zeitzeugen Walter Klötzl von der sudetendeutschen Ackermann-Gemeinde, Kooperation: Cinema (Kartenreservierungen unter Tel. 081 31/266 99)
Seit Generationen wird das örtliche Sägewerk von der Familie August Habermanns betrieben. Als er Jana heiratet, scheint sein Glück perfekt. Doch die friedlichen Zeiten enden jäh: Das Sudetenland wird 1938 „heim ins Reich“ geholt, Sturmbannführer Koslowski terrorisiert die Dorfbewohner. Der unpolitische Habermann gerät zwischen alle Fronten – den Nazis gilt er als Freund der Tschechen, für die Tschechen ist er nun kein Mitbürger mehr, sondern verhasster Besatzer. Auf Tatsachen beruht das Drama, das Juraj Herz bildgewaltig in Szene gesetzt hat. Mit zwei Bayerischen Filmpreisen wurde das Werk ausgezeichnet, das sich mit dem immer noch brisanten Thema der Vertreibung auseinandersetzt.
Nach der Vorführung des Films (100 Minuten), moderiert Pfarrer Dr. Björn Mensing das Nachgespräch mit dem Zeitzeugen Walter Klötzl von der sudetendeutschen Ackermann-Gemeinde, Kooperation: Cinema (Kartenreservierungen unter Tel. 081 31/266 99)
14.12.11 / 19:00 - / Ludwig-Thoma-Haus, Augsburger Straße 23, Dachau
Eintritt frei
Als am 29. April 1945 die Amerikaner das Konzentrationslager Dachau befreiten, stießen sie zu ihrer größten Überraschung auf sieben Frauen mit Babys. Ein Wunder inmitten der Zer-störung. Das Buch von Eva Gruberová und Helmut Zeller erzählt diese beinahe unglaubliche Geschichte und dokumentiert anschaulich die Lebenswege von Eva und Miriam, zwei dieser sieben jüdischen Mütter, die verschiedene Kon¬zentrationslager durch viele glückliche Zufälle überstehen konnten und heute in Kanada und in der Slowakei leben. Evas im Winter 1944/45 im Dachauer Außenlager Kaufering I geborene Tochter Marika Nováková kommt zur Buchpräsentation nach Dachau und beteiligt sich an einem Zeit¬zeugen-gespräch, an dem auch der Dachau-Überlebende Dr. h.c. Max Mannheimer teilnimmt. Der Vorsitzende der Lagergemeinschaft Dachau hat ein Nachwort für das Buch geschrieben. Das Gespräch moderiert Christian Krügel, Ressortleiter München, Region und Bayern bei der Süddeutschen Zeitung. Der Verlag C. H. Beck, in dem der Band „Geboren im KZ“ von Eva Gruberová und Helmut Zeller im Herbst 2011 erschienen ist, lädt nach der Lesung mit dem Autorenpaar und dem Zeitzeugengespräch zu einem kleinen Imbiss ein. Der Abend wird veranstaltet von der Evangelischen Versöhnungskirche in der KZ- Gedenk¬stätte Dachau und der Katholischen Seelsorge an der KZ-Gedenkstätte Dachau mit freundlicher Unterstützung durch die Große Kreisstadt Dachau.
Eintritt frei
12.12.11 / 15:00 - 21:30 Evang. Stadtakademie, Herzog-Wilhelm-Str. 24, München
Kooperation: NS-Dokumentationszentrum München, Evang. Stadtakademie München
Der kirchenloyale Münchner Katholizismus und Protestantismus erlebte die Revolutionszeit als schmerzlichen Schock, der am Anfang einer lang andauernden Umbruchsphase stand. Erst das späte Hineinwachsen in die auch von Protestanten und Katholiken geformte bundesrepublikanische Demokratie, die den Katholizismus und Protestantismus wiederum selbst veränderte, brachte den christlichen Bürgerinnen und Bürgern einen gefestigten Standort in der Demokratie, ganz anders noch als ihr labiles Verhältnis zwischen 1918 und 1933. In welcher Weise Angehörige unterschiedlicher Richtungen innerhalb der katholischen und evangelischen Kirche in München diese Zeiten erlebten, möchte der interdisziplinär und überkonfessionell zusammengesetzte Arbeitskreis Katholizismus-/Protestantismusforschung des NS-Dokumentationszentrums München anhand ausgewählter Themen vorstellen.
Kooperation: NS-Dokumentationszentrum München, Evang. Stadtakademie München
10.12.11 / 18:00 - / Rathaus Dachau, Konrad-Adenauer-Straße 2-6
Der Dachau-Preis für Zivilcourage wurde von der Stadt Dachau 2005 gestiftet. Mit ihm ehrt die Stadt Menschen, „die sich mit Mut, Phantasie und Engagement für die Rechte von Verfolgten und von diskriminierten Minderheiten einsetzen“. Posthum wird der 4. Dachau-Preis an Stanislav Záme?ník verliehen, der mit 18 Jahren aus Prag ins KZ Dachau verschleppt wurde und hier unter Einsatz seines Lebens im „Krankenrevier“ Mithäftlingen half. Später wirkte er als Zeitzeuge und Historiker maßgeblich beim Aufbau der KZ-Gedenkstätte Dachau mit. Noch bis kurz vor seinem Tod im Juni 2011 arbeitete er am Gedenkbuch für die Toten des Konzentrationslagers Dachau mit.
01.12.11 / 19:30 - / Versöhnungskirche
Kerstin Schwenke, Historikerin und Mitarbeiterin der KZ-Gedenkstätte Dachau, Kooperation: KZ-Gedenkstätte Dachau
Deutschland tat sich schwer mit der Erinnerung an die Opfer des NS-Regimes und die Orte ihres Leidens. Dachau als Standort eines der ersten KZ bildete hier keine Ausnahme. Dies galt in besonderem Maße für die Erinnerungsorte, die außerhalb des Geländes der 1965 geschaffenen KZ-Gedenkstätte lagen: der KZ-Ehrenfriedhof auf dem Leitenberg, auf dem sich die Gräber von über 7400 Toten des KZ Dachau befinden, und der ehemalige SS-Schießplatz bei Hebertshausen, auf dem etwa 4000 Kriegsgefangene der sowjetischen Armee in den Jahren 1941/42 ermordet wurden. Die Studie von Kerstin Schwenke, die jetzt in der Reihe „Dachauer Diskurse“ veröffentlicht wird, untersucht den Umgang mit diesen beiden Orten von 1945 bis zur Gegenwart.
Kerstin Schwenke, Historikerin und Mitarbeiterin der KZ-Gedenkstätte Dachau, Kooperation: KZ-Gedenkstätte Dachau
28.11.11 / 19:00 - / Jugendgästehaus Dachau, Roßwachtstr. 15
Kooperationspartner: KZ-Gedenkstätte Dachau; Evangelische Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau; Bischöflicher Beauftragter für KZ-Gedenkstättenarbeit in der Erzdiözese
Livia Bitton-Jackson wuchs in Šamorín, einer Kleinstadt an der Donau nahe Bratislava auf, aus der sie nach dem Einmarsch der Wehrmacht 1944 in verschiedene Ghettos und Konzentrationslager deportiert wurde. Der Vortrag von Dr. Livia Bitton-Jackson schließt an eine Veranstaltung vom Oktober 2010 in der KZ-Gedenkstätte Dachau an, in der sie vor allem von ihren Erfahrungen vor und in Auschwitz berichtete. In dieser Veranstaltung werden deshalb die Zeit die sie in mehreren Dachauer Außenlagern – in Augsburg, Landsberg und Mühldorf – verbrachte und auch ihre Erfahrungen nach der Befreiung aus der Lagerhaft im Mittelpunkt stehen. Frau Dr. Bitton-Jackson lebt heute in Israel und publiziert und referiert unter anderem über den Holocaust, Israel und die Frau im Judentum. Weitere Informationen: 08131 - 61770. Der Vortrag findet auf Englisch statt.
Kooperationspartner: KZ-Gedenkstätte Dachau; Evangelische Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau; Bischöflicher Beauftragter für KZ-Gedenkstättenarbeit in der Erzdiözese
19.11.11 / 13:00 - / Versöhnungskirche
Vor dem Friedensgebet um 15 Uhr besteht um 13 Uhr bei entsprechendem Interesse die Möglichkeit, mit Pfarrer Walter Joelsen ins Gespräch zu kommen. Deshalb erbitten wir telefonische Anmeldung unter 081 31 / 35 15 14.
Walter Joelsen ist zwölf Jahre alt, als er von seiner „nichtarischen“ Abstammung erfährt. Das verändert ab 1938 sein Leben völlig. Plötzlich fangen die zunächst noch kleinen Schikanen an. Der Vater, ein Christ jüdischer Herkunft, verliert seine Arbeit, die Mutter wird von der Verwandtschaft bedrängt, sich scheiden zu lassen, Walter muss in ein Arbeitslager.
Vor dem Friedensgebet um 15 Uhr besteht um 13 Uhr bei entsprechendem Interesse die Möglichkeit, mit Pfarrer Walter Joelsen ins Gespräch zu kommen. Deshalb erbitten wir telefonische Anmeldung unter 081 31 / 35 15 14.
13.11.11 / 16:00 - / Karmel "Heilig Blut" Dachau
Ein Duo von der Musikhochschule Krakau (Viola/Klavier) spielt Werke von Rachel Knobler und anderen Komponisten. Zwischen den Musikstücken werden Rachel Knoblers Gedichte vorgetragen.
Rachel Knobler, 1924 in Polen geboren, kam mit 16 Jahren ins Krakauer Ghetto und überlebte mehrere Konzentrationslager. Nach Kriegsende wurde ihre Mutter im Heimatort ermordet. Rachel Knobler wollte nach Palästina auswandern, der Weg führte über München. Dort ist sie geblieben und widmet sich heute der Malerei, der Musik und dem Theater.
Ein Duo von der Musikhochschule Krakau (Viola/Klavier) spielt Werke von Rachel Knobler und anderen Komponisten. Zwischen den Musikstücken werden Rachel Knoblers Gedichte vorgetragen.
08.11.11 / 19:30 - / Ludwig-Thoma-Haus, Augsburger Str. 23, Dachau
Eintritt: 10 € / erm.7 €, Kartenbestellung: TheaterTage Dachau, Waldschwaigestr. 2, 85221 Dachau, Tel. 08131/55195
Sorgsam und genau erzählt Pavel Möller-Lück in seinem Figurentheater die Geschichte des deutschen Juden Roman Winterstein, der als junger Mann ein gefeierter Geiger und im Berlin der NS-Zeit zu einem Ausgegrenzten wurde. Ein Stück des Theaters Laboratorium Oldenburg für Kinder (ab 10 Jahren) und Erwachsene.
Eintritt: 10 € / erm.7 €, Kartenbestellung: TheaterTage Dachau, Waldschwaigestr. 2, 85221 Dachau, Tel. 08131/55195
08.11.11 / 18:00 - / Rathaus Dachau, Konrad-Adenauer-Straße 2-6
Trägerkreis Pogromnachtgedenken in Dachau
Erwin Schild wurde als 18-Jähriger im Rahmen der Novemberpogrome 1938 aus Würzburg ins KZ Dachau verschleppt. Nach der Haft floh er 1939 nach England, später wurde er Rabbiner in Kanada. Seit Jahrzehnten engagiert er sich im jüdisch-christlichen Dialog.
Trägerkreis Pogromnachtgedenken in Dachau
28.10.11 / 00:30 - 01.11.11 / 22:00
Info über Dachauer Forum, Telefon 08131/996880 oder info@dachauer-forum.de (derzeit gibt es eine Warteliste)
Nach dem deutschen Überfall auf Polen 1939 wurde die Stadt Oswiecim in Auschwitz umbenannt. Die deutschen Besatzer errichteten dort 1940 ein KZ, das wenig später das Verwaltungszentrum des größten Lagerkomplexes werden sollte, auch für das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. Über eine Million Menschen wurden in Auschwitz ermordet. In der sechzig Kilometer entfernten Stadt Krakau wurde zeitgleich eine blühende jüdische Gemeinde ausgelöscht. Alle jüdischen Bürger dieser Stadt wurden vertrieben und viele in Konzentrationslagern ermordet. An beiden Orten sind heute noch Spuren dieser unfassbaren Ereignisse zu finden. Das Reiseprogramm umfasst Führungen und Gespräche in der Gedenkstätte Auschwitz (28.-30.10.) und in Krakau (30.10.-1.11.); Kosten: 320 Euro (EZ Krakau 350 Euro)
Info über Dachauer Forum, Telefon 08131/996880 oder info@dachauer-forum.de (derzeit gibt es eine Warteliste)
25.10.11 / 19:00 - / Versöhnungskirche
Einführung in die Ausstellung: Pater Stanislaw Cieslak SJ, die Ausstellung wird bis zum 8. Januar gezeigt, Kooperation mit der Katholischen Seelsorge
Die Ausstellung widmet sich Adam Kozlowiecki, der als Überlebender des Konzentrationslagers Dachau einer der ersten Polen war, der nach Versöhnung und Annäherung zwischen Polen und Deutschen strebte. Der Jesuitenpater wurde im Herbst 1939 von der Gestapo verhaftet und war unter anderem im KZ Auschwitz und von Dezember 1940 bis zur Befreiung 1945 im KZ Dachau eingesperrt. Von 1950 bis zu seinem Tod 2007 war er Bischof in Lusaka (Sambia).
Einführung in die Ausstellung: Pater Stanislaw Cieslak SJ, die Ausstellung wird bis zum 8. Januar gezeigt, Kooperation mit der Katholischen Seelsorge
20.10.11 / 19:30 - / Versöhnungskirche
Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) war von 1933 bis 1945 von seiner Spitze her „gleichgeschaltet“ und in das System des NS-Staates eingegliedert. Peter Poguntke hat jetzt in seiner Doktorarbeit Verstrickungen und Resistenzen auf der lokalen Ebene einzelner Rotkreuzgemeinschaften und -gliederungen untersucht. Ein Fallbeispiel ist die Eingliederung der Sanitätskolonne München-Feldmoching des Arbeiter-Samariter-Bundes ins DRK. In Dachau wird der Autor auch auf den Besuch von Vertretern des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz im KZ Dachau und auf die Weiterleitung von Hilfspaketen an KZ-Häftlinge durch das Dachauer Rote Kreuz eingehen.
15.10.11 / 13:00 - 17:00 Treffpunkt vor dem Eingang zum Museum, KZ-Gedenkstätte
Prof. Dr. Kai Kappel, Kunsthistoriker, München, Anmeldung bis 1.10.2011 über Dachauer Forum, Telefon 08131/996880 oder info@dachauer-forum.de, Kooperation mit Katholischer Seelsorge
Der Studientag widmet sich der Entstehung und Bedeutung der religiösen Erinnerungsorte auf dem Gelände der KZ-Gedenkstätte Dachau. Der Kunsthistoriker Kai Kappel wird die Initiativen und Diskussionen der Planungsphase nachzeichnen und die Bauten bei einem Rundgang erläutern. Dabei geht es auch um deren Bedeutung als zeitgemäße Ausdrucksformen einer Architektur der Erinnerung.
Prof. Dr. Kai Kappel, Kunsthistoriker, München, Anmeldung bis 1.10.2011 über Dachauer Forum, Telefon 08131/996880 oder info@dachauer-forum.de, Kooperation mit Katholischer Seelsorge
12.10.11 / 19:30 - / Versöhnungskirche
Moderation: Birgit Mair, Nürnberg, Kuratorin der Ausstellung über Franz Rosenbach („Vom Arbeitsplatz abgeholt – als arbeitsscheu abgestempelt“), die bis zum 16. Oktober in der Versöhnungskirche gezeigt wird.
Franz Rosenbach wurde 1943 als 15-Jähriger verhaftet und aus Österreich in die Lager Auschwitz, Buchenwald und Mittelbau-Dora verschleppt. Nach seiner Befreiung zog er nach Bayern. Heute ist er im Verband Deutscher Sinti und Roma aktiv. Im Gespräch geht es auch um die Aufarbeitung seiner Verfolgung.
Moderation: Birgit Mair, Nürnberg, Kuratorin der Ausstellung über Franz Rosenbach („Vom Arbeitsplatz abgeholt – als arbeitsscheu abgestempelt“), die bis zum 16. Oktober in der Versöhnungskirche gezeigt wird.
06.10.11 / 19:30 - / Versöhnungskirche
Das Ehepaar Lehndorff gehörte zum engsten Kreis des Widerstands gegen Hitler. In ihrem Schloss Steinort in Ostpreußen fanden wichtige konspirative Gespräche im Vorfeld des 20. Juli 1944 statt. Nach dem gescheiterten Umsturz konnte Graf Lehndorff zunächst aus der Gestapo-Haft fliehen, wurde aber schließlich in Berlin-Plötzensee von der NS-Justiz ermordet. Fast seine ganze Familie wurde in „Sippenhaft“ genommen. Antje Vollmer, promovierte Theologin und frühere Bundestagsvizepräsidentin, stellt ihre Studie vor, in der sie Leben und Taten des außergewöhnlichen Ehepaares rekonstruiert hat.
23.09.11 / 16:30 - 18:00 Treffpunkt: Dachauer Forum, Ludwig-Ganghofer-Straße 4, Dachau
Brigitte Fiedler, ökum. Kooperation mit dem Dachauer Forum
Auf diesem Rundgang im Bereich der Hermann-Stockmann-Straße wird die Geschichte der Juden in Dachau erzählt. Sie lebten vor 1933 als anerkannte und respektierte Bürger. Bis November 1938 wurden alle aus der Stadt vertrieben. Sechs von ihnen wurden in Konzentrationslagern ermordert. Stolpersteine erinnern heute an sie.
Brigitte Fiedler, ökum. Kooperation mit dem Dachauer Forum
10.08.11 / 20:00 - / Jugendgästehaus Dachau, Roßwachtstr. 16
Zum Abschluss der 14-tägigen 29. Internationalen Jugendbegegnung in Dachau stellen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Ergebnisse ihrer gedanklichen und kreativen Arbeit aus den Workshops vor. Veranstalter: Internationale Jugendbegegnung Dachau
07.08.11 / 15:00 - / Jugendgästehaus Dachau, Roßwachtstr. 16
Ein wichtiges und besonderes Element der Internationalen Jugendbegegnung ist der Kontakt zu Zeitzeugen und Überlebenden der Konzentrationslager. Bei Kaffee und Kuchen sind auch Gäste herzlich eingeladen, mit den anwesenden Zeitzeugen ins Gespräch zu kommen. Veranstalter: Internationale Jugendbegegnung Dachau
06.08.11 / 19:00 - / Jugendgästehaus Dachau, Roßwachtstr. 16
Das internationale Fest der Begegnung ermöglicht in einem offiziellen Rahmen das Erleben des einzigartigen Flairs der 29. Internationalen Jugendbegegnung. Die abwechslungsreichen und kreativen Darbietungen der Teilnehmer sowie die kulinarische Umrahmung bilden einen Höhepunkt des Zusammenlebens im Jugendgästehaus. Interessierte Gäste sind herzlich eingeladen. Veranstalter: Internationale Jugendbegegnung Dachau
30.07.11 - 12.08.11 Dachau
Junge Menschen aus unterschiedlichen Ländern und Nationen treffen sich für 14 Tage in Dachau. Sie beschäftigen sich mit Ursachen und Auswirkungen der NS-Diktatur und fragen nach Bezügen zu ihrer Gegenwart. Eingeladen sind alle Interessierten zum internationalen Abend am Samstag, 6. August, um 19 Uhr und zum Zeitzeugencafé am Sonntag, 7. August, um 15 Uhr ins Jugendgästehaus Dachau, Roßwachtstraße 15. www.jugendbegegnung-dachau.de
14.07.11 / 19:30 Innenhof der Versöhnungskirche
Der deutsche Großvater war SS-Mann in Polen, der polnische Großvater wurde in Auschwitz ermordet, zwei Enkel von ihnen – Gabriela und Uwe von Seltmann – sind miteinander verheiratet. Ist ein Zusammenleben von Angehörigen aus Opfer- und Täterfamilien überhaupt möglich? Wie geht die dritte Generation mit einer belasteten Familiengeschichte um, die weiterhin das Alltagsleben prägt? Wie muss die Zukunft gestaltet werden, damit ein friedliches Miteinander möglich ist? Uwe von Seltmann (Krakau) berichtet vom Projekt „Zwei Familien, zwei Vergangenheiten – eine Zukunft“ und von der Recherche mit seiner Frau nach dem Leben und Sterben von Gabrielas Großvater. Der Abend wird musikalisch gestaltet von Alex Jacobowitz (Xylophon). Der jüdische Musiker aus New York tritt als Straßenmusiker auf, aber auch im Fernsehen. Er spielt Stücke von Bach bis Satie, von Tango über Flamenco bis hin zu Klezmer. Kooperation: Katholische Seelsorge – bei schlechtem Wetter in der Kirche
11.07.11 / 20:00 - / Friedenskirche Dachau, Gemeindesaal, Uhdestraße 2
http://wegbeschreibung.friedenskirche-dachau.de/wegbeschreibung-friki.html
Sie kommen aus Somalia, Afghanistan oder Sierra Leone. Als sie sich entschließen, vor Krieg und Elend zu fliehen, sind sie noch Kinder. Kinder, die sich über Wochen und Monate Schleusern ausliefern, bis sie endlich in Deutschland ankommen. Hier werden sie zunächst in einer so genannten Erstaufnahmeeinrichtung untergebracht. Eine zermürbende Zeit des Wartens auf ihr Asylverfahren beginnt. Jutta Neupert hat minderjährige Flüchtlinge in ihrem Alltag in München begleitet. Dabei erzählen die Jugendlichen ihre Geschichte, sprechen über ihre Ängste um die Familie zu Hause, über die oft zermürbenden Behördengänge und die Hoffnung auf ein Leben ohne Angst. Sie sind hoch motiviert, wollen Berufe erlernen und büffeln mit aller Macht die deutsche Sprache. Doch noch mehr als für Mädchen ist der Schulalltag für die Jungen, die in ihrer Heimat ums nackte Überleben kämpften, nicht immer einfach. Der Film zeigt auch die kleinen Freuden des Alltags beim Sport, beim Malen, beim Quatsch-machen und berichtet über die nimmermüden Versuche der Betreuer, den oft traumatisierten jungen Menschen ein wenig Nestwärme zu geben. So unterschiedlich die Schicksale der jungen Flüchtlinge sind, ein gemeinsamer Wunsch verbindet sie alle: Sie wollen in Deutschland willkommen sein. Veranstalter: Evang.-Luth. Friedenskirche Dachau und Evang. Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau in Kooperation mit dem Arbeitskreis Asyl Dachau, der Caritas-Asylberatung Dachau, der ai-Gruppe Dachau, REFUGIO München und dem Migrationssozialdienst der Inneren Mission München. Die Veranstalter danken dem Bayerischen Rundfunk für die Ermöglichung dieser Preview. Erstausstrahlung: Bayerisches Fernsehen, Mittwoch, 13. Juli 2011, 19 Uhr, Wiederholung: Donnerstag, 14. Juli 2011, 11.45 Uhr.
http://wegbeschreibung.friedenskirche-dachau.de/wegbeschreibung-friki.html
08.07.11 / 16:00 Kirche Karmel „Heilig Blut“ Dachau
Im Oratorium geht es um den im KZ Dachau am 20. August 1942 ermordeten Pfarrer Georg Häfner, der im Mai 2011 in der Diözese Würzburg selig gesprochen wird. Der Titel des Stückes erinnert anhand einer fiktiven Entscheidungssituation im KZ an das Schicksal, das der Geistliche Georg Häfner als Häftling mit der Nummer 28876 im KZ Dachau (eingeliefert am 12. Dezember 1941) durchlebt hat. Das Werk wurde im Auftrag der Diözese Würzburg am Egbert-Gymnasium der Benediktiner in Münsterschwarzach, mit Einbeziehung von Jugendlichen in den Seligsprechungsprozess erarbeitet. Kooperation: Katholische Seelsorge, Karmel Heilig Blut
28.06.11 / 19:30 Versöhnungskirche
Im Mittelpunkt der Filmdokumentation, die von Jugendlichen 2010 mit professioneller Unterstützung erstellt wurde, steht Kurt Landauer (1884-1961). Für ihn war der Fußball Passion und Lebensaufgabe. Als langjähriger Präsident des FC Bayern München setzte sich der jüdische Kaufmannssohn für Werte wie Fairness und Integrität ein. 1933 musste er als Präsident zurücktreten, wurde 1938 für 33 Tage ins KZ Dachau verschleppt, flüchtete nach seiner Entlassung in die Schweiz und kam 1947 zurück nach München, wo er wieder zum Präsidenten gewählt wurde. Im Rahmen der Veranstaltung wird die Initiative „Show Racism the Red Card” ihre Aktionen, die auch an einem Spielort der Frauen-WM stattfinden, vorstellen. Kooperation: Schickeria München, TSV Maccabi München, Löwenfans gegen Rechts (diese zeigen im Juli in München die Ausstellung „Tatort Stadion“ über alltägliche Diskriminierung, Aktivitäten von Neonazis und Gegeninitiativen von Fans)
22.06.11 Gedenkstätte Schießplatz Hebertshausen
16.06.11 / 19:30 - / Versöhnungskirche
Das Konzert findet in Kooperation mit der Stadt Dachau und der Katholischen Seelsorge an der KZ-Gedenkstätte Dachau statt.
Unter der Leitung von Stanley Sperber singt der Jerusalem Academy Chamber Choir Musikstücke von Johannes Brahms, von Josef Rheinberger und Lieder von Ben Haim, einem renommierten israelischen Komponisten. Das Vokal Ensemble München, unter Leitung von Martin Zöbeley ergänzt den Chor aus Israel bei einzelnen Musikstücken. Der 1969 von Avner Itai gegründete Chor besteht aus ca. 30 Sängerinnen und Sängern, die Studenten der Musikhochschule sind. Er hat sich den Ruf als einer der besten Chöre Israels erworben; wiederholt ist der Chor mit Orchestern wie dem Israel Philharmonic Orchestra, dem Jerusalem Symphony Orchestra und dem Israel Chamber Orchestra aufgetreten. Das geschah unter Dirigenten wie Leonhard Bernstein, Zubin Mehta, Gary Bertini und Daniel Barenboim. Das 1992 gegründete Vokal Ensemble München besteht aus 25 stimmlich ausgebildeten Sängerinnen und Sängern im Alter von 25 – 50 Jahren. Das Repertoire umfasst alle musikgeschichtlichen Epochen vom Mittelalter bis zur Gegenwart, jedoch liegt der Schwerpunkt auf der Musik des 15., 16. und 17. Jahrhunderts. Es ist Anspruch des Chores, Musik auf höchstem Niveau aufzuführen. Das erfordert den vollen Einsatz jedes Einzelnen, musikalisch und organisatorisch, denn alles beruht auf ehrenamtlichem Engagement. Es war der besondere Wunsch des Jerusalem Academy Chamber Choir bei seinem Deutschlandaufenthalt in der KZ-Gedenkstätte Dachau aufzutreten.
Das Konzert findet in Kooperation mit der Stadt Dachau und der Katholischen Seelsorge an der KZ-Gedenkstätte Dachau statt.
28.05.11 / 07:30 - 19:00
Die Exkursion führt zu zwei Orten von zeithistorisch überragender Bedeutung: zum ehemaligen Reichsparteitagsgelände der NSDAP (heute Dokumentationszentrum) und zum Justizpalast, in dem im November 2010 das Memorium Nürnberger Prozesse eröffnet wurde. Die Fahrt soll dazu beitragen, die Rolle Nürnbergs während der Weimarer Jahre, der Zeit des Nationalsozialismus und bei der Auseinandersetzung mit der Geschichte der NS-Gewaltherrschaft besser zu verstehen. Anmeldung bis 15.5.2011 im Dachauer Forum (Telefon 08131/996880), Kosten 33 Euro, ökum. Kooperation mit dem Dachauer Forum
11.05.11 / 19:00 Max-Mannheimer-Studienzentrum, Roßwachtstr. 15 Dachau
Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Max-Mannheimer-Studienzentrum und der Lagergemeinschaft Dachau statt.
In dem Buch sind eine Vielzahl von Redebeiträgen von und über Max Mannheimer, Überlebender der Konzentrationslager Auschwitz und Dachau, von Ilse Macek (Gegen Vergessen - Für Demokratie) und von Horst Schmidt (Friedrich-Ebert-Stiftung) in eindrucksvoller Weise zusammengetragen worden. Max Mannheimer wird an diesem Abend mit zwei jungen Erwachsenen über die Bedeutung von Pädagogik an Gedenkstätten und über die Zeugenschaft von Überlebenden ins Gespräch kommen.
Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Max-Mannheimer-Studienzentrum und der Lagergemeinschaft Dachau statt.
08.05.11 / 14:00 Kirche in der JVA München-Stadelheim
Im Winter 1942/43 kämpfen Sophie und Hans Scholl mit den Flugblättern der „Weißen Rose“ gegen das NS-Regime. Zur selben Zeit ist Fritz Hartnagel, Offizier der deutschen Wehrmacht, im Kessel von Stalingrad eingeschlossen. Als er im Lazarett Sophies letzten Brief erhält, ist das Todesurteil gegen sie in München-Stadelheim bereits vollstreckt. – 1937 begann die Freundschaft, die Liebe zwischen der sechzehnjährigen Schülerin und dem jungen Leutnant. Aus dem Briefwechsel lesen Margarete Binsack und Richard Seidl. Das Dachauer Jugendstreichquartett AmpArt (Katharina Emde, Birte Mensing, Alina Silberbauer, Robin Storm) übernimmt die musikalische Gestaltung. Dr. Björn Mensing gibt eine Einführung. Kooperation: Evang. Seelsorge JVA München, Weisse Rose Institut – aus Sicherheitsgründen nur für geladene Gäste
01.05.11 / 10:45 Krematorium / Appellplatz
9.30 Uhr Ökumenischer Gottesdienst im Karmel „Heilig Blut“ Dachau, 10.45 Uhr Befreiungsfeier Krematorium / Appellplatz , 12.30 Uhr Gedenkstätte Schießplatz Hebertshausen, anschließend „Tag der Begegnung“ im Jugendgästehaus, Roßwachtstraße 15, Dachau
30.04.11 / 18:00 Theodor-Heuss-Straße / Ecke Sudentenlandstraße, Dachau
In Erinnerung an die Häftlinge, die zu Tausenden noch in den letzten Tagen vor der Befreiung des Konzentrationslagers Dachau auf den Todesmarsch geschickt wurden, findet in Anwesenheit von ehemaligen Häftlingen an der vor zehn Jahren errichteten Bronzeplastik von Hubertus von Pilgrim eine Gedenkfeier statt. Es werden Abba Naor (Überlebender des Todesmarsches), Hermann Kumpfmüller (Mitinitiator des Mahnmals) und Roy Scivyer (Freiwilliger von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste) sprechen. Musikalisch begleiten Florian Ewald (Klarinette) und Zarko Mrdjanov (Gitarre) die Gedenkveranstaltung. Trägerkreis Todesmarschmahnmal Dachau
29.04.11 / 11:00 Kinosaal der KZ-Gedenkstätte Dachau
19.04.11 / 19:30 Gesprächsraum der Versöhnungskirche
Preview mit den NS-Verfolgten Dr. h.c. Max Mannheimer und Walter Joelsen sowie mit Sr. Elija Boßler OCD und der Filmautorin Jutta Neupert
Für den Film „Projekt Hoffnung“ hat Jutta Neupert Menschen interviewt, denen über Jahre hinweg jede Hoffnung genommen wurde, deren Leben von einer Minute zur nächsten willkürlich ausgelöscht werden konnte. Sie sprach mit Männern, die den Terror des Naziregimes überlebt haben: mit Max Mannheimer, Walter Joelsen, Ernst Grube und dem Priester Hermann Scheipers. Und mit einer Frau: Elija Boßler, Klosterschwester im Karmel Heilig Blut, der auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Dachau liegt. Unterschiedlich sind die Blickwinkel der Befragten, unterschiedlich ihr Glaube, aber einhellig ihre Antwort: Ich will Hoffnung machen.
Preview mit den NS-Verfolgten Dr. h.c. Max Mannheimer und Walter Joelsen sowie mit Sr. Elija Boßler OCD und der Filmautorin Jutta Neupert
14.04.11 / 19:30 Versöhnungskirche
In ihren Erinnerungen an die KZ-Haft in Sachsenhausen, Flossenbürg und Dachau schrieb Prinzessin Irmingard: „Das Wichtigste schien uns, bei jeder Gelegenheit Ruhe und Haltung zu bewahren.“ Obgleich die junge Frau in der „Sippenhaft“ 1944/45 mehrfach in Todesangst war, bewahrte sie Haltung – und kritisierte offen einen SS-Mann, der sich seiner Mordtaten an jüdischen Frauen und Kindern rühmte. Hans-Günter Richardi, Experte für die Sippen- und Sonderhäftlinge der SS, der Prinzessin Irmingard (1923-2010) noch zu ihrer Haft befragen konnte, wird die Hintergründe ihrer Verfolgung und Befreiung schildern, Kooperation: Katholische Seelsorge
08.04.11 / 19:30 Versöhnungskirche
Am Abend des 8. April 1945 begann im KZ Flossenbürg das von NS-Stellen angeordnete Schnellverfahren gegen Dietrich Bonhoeffer und andere Widerstandskämpfer, das wenige Stunden später mit deren Hinrichtung endete. Als Todesort von Bonhoeffer wurde Flossenbürg zu einem wichtigen Erinnerungsort. Kirchliche Gruppen pflegten dort schon früh das Gedenken an den evangelischen Theologen und Märtyrer – und setzten sich später für eine würdige Gestaltung der KZ-Gedenkstätte ein. Das Bonhoeffer-Gedenken überlagerte dabei aber zeitweise die Erinnerung an die anderen etwa 100.000 Gefangenen. Dr. Jörg Skriebeleit, Historiker, Leiter der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg
22.03.11 / 19:30 Versöhnungskirche
Seit 1999 engagieren sich Menschen für das Projekt „Gedächtnisbuch für die Häftlinge des KZ Dachau“. Inzwischen haben sie über 130 Biographien verfasst. Am Jahrestag der Errichtung des KZ Dachau werden diesmal u. a. die Gedächtnisblätter zu Pim Reijntjes (Niederlande; er wird voraussichtlich an der Veranstaltung teilnehmen) durch Lieke Beemster und Ledmia Baghdadi (Schülerinnen des Cartesius Lyceums, Amsterdam) und zu Antoni Bryli?ski (Polen) durch Karin Korte vorgestellt. Die neuesten Beiträge werden ins Gedächtnisbuch aufgenommen und über die Arbeit im Projekt wird berichtet. Die musikalische Gestaltung liegt beim Violinduo Leonie Keil und Lucilla Schmidinger. Trägerkreis Gedächtnisbuch
02.03.11 / 19:30 Gemeindesaal der Gnadenkirche, Anton-Günther-Straße 1, Dachau-Ost
An diesem Abend geht es um die Anfänge der evangelischen Gemeinde der Gnadenkirche in Dachau-Ost und ihren ersten Pfarrer Dr. Ernst Daum (1901-1991). 1948 wurde das einstige KZ Dachau zum Wohnlager für Flüchtlinge und Heimatvertriebene umgebaut. Etwa die Hälfte der neuen Bewohner war evangelisch. Zu ihrer Betreuung schickte die bayerische Landeskirche Ernst Daum, der wegen seines Engagements für die nationalsozialistischen „Deutschen Christen“ in der NS-Zeit 1945 zwangspensioniert worden war. 1952 wurde auf dem ehemaligen Appellplatz die Gnadenkirche eingeweiht. Es entwickelte sich ein intensives Gemeindeleben. Später wurde im neuen Stadtteil Dachau-Ost die heutige Gnadenkirche errichtet. Daum prägte bis zum Ruhestand 1967 die Gemeinde. Dr. Axel Töllner, Kirchenhistoriker, Nürnberg, und Zeitzeugen, Kooperation: Gnadenkirche
17.02.11 / 19:30 Kloster Karmel 'Heilig Blut' Dachau
Wolf Euba, Schauspieler, Dr. Sybille Krafft, Historikerin, Maria Reiter, Akkordeon, Kooperation: Karmel, Katholische Seelsorge
Der Schriftsteller Joseph Roth, geboren 1894 im österreichischen Brody (heute Ukraine) und gestorben 1939 im Pariser Exil, war zeitweise Sozialist. Widerstand gegen den Nationalsozialismus traute er später nur der Monarchie und der katholischen Kirche zu. Roth hat die Sehnsucht nach der ostjüdischen Kultur des »Schtetl« ins Katholische transformiert (»Die Legende vom heiligen Trinker«). Im Roman »Hiob« greift er jüdische Themen auf. Der Abend erinnert mit Lesungen, Film- und Fotopräsentationen sowie Kurzreferaten an sein Werk und das jüdische Leben in Galizien. Umrahmt wird die Veranstaltung von ukrainischer Musik.
Wolf Euba, Schauspieler, Dr. Sybille Krafft, Historikerin, Maria Reiter, Akkordeon, Kooperation: Karmel, Katholische Seelsorge
28.01.11 - 30.01.11 Stadien der beiden Bundesligen
Nähere Informationen unter www.versoehnungskirche-dachau.de/themen/pages/ProjekteFussball.htm
Die »Initiative Erinnerungstag im deutschen Fußball« wurde 2004 von der Versöhnungskirche initiiert. In enger Kooperation mit den Faninitiativen und der DFL sind auch für 2011 anlässlich des Gedenktags für die Opfer des Nationalsozialismus rund um den 20. Spieltag Aktionen in den Stadien der beiden Bundesligen geplant.
Nähere Informationen unter www.versoehnungskirche-dachau.de/themen/pages/ProjekteFussball.htm
27.01.11 / 19:00 Ludwig-Thoma-Haus, Augsburger Straße 23, Dachau
Trägerkreis Holocaust-Gedenktag in Dachau
Der Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz wird in Deutschland seit 1996 als »Tag des Gedenkens für die Opfer des Nationalsozialismus« begangen.In Dachau ist dazu ein Zeitzeugengespräch mit Vladimir Feierabend geplant. "Er gefährdet nach dem Ergebnis der Staatspolizeilichen Feststellungen durch sein Verhalten den Bestand und die Sicherheit des Volkes und Staates, indem er dringend verdächtig ist, sich zum Nachteil des Reiches betätigt zu haben", steht im Schutzhaftbefehl von Vladimir Feierabend. Mit seiner gesamten Familie wird er 1942 verhaftet. Im September 1942 wird er in das KZ Dachau eingeliefert. Nach der Befreiung kehrt er nach Prag zurück, wurde Arzt und lebt auch heute noch dort.
Trägerkreis Holocaust-Gedenktag in Dachau
20.01.11 / 19:30 Versöhnungskirche
Dr. Antonia Leugers, Kirchenhistorikerin, München, Kooperation: Katholische Seelsorge
Bekannt sind Jesuiten wie Alfred Delp oder Rupert Mayer als Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime. Die Jesuiten waren auch die größte Gruppe unter den Ordensgeistlichen im KZ Dachau. Es gab aber auch fast 700 Jesuiten, die in der Wehrmacht als Soldaten dienten. Antonia Leugers zeigt in ihrer neuen Studie, wie die anfängliche Kriegseuphorie einer Ernüchterung über die Grauen und Verbrechen der Kriegsführung wich.
Dr. Antonia Leugers, Kirchenhistorikerin, München, Kooperation: Katholische Seelsorge
21.11.10 / 13:30 Versöhnungskirche
Um telefonische Anmeldung unter 081 31 / 35 15 14 wird gebeten.
Im Rahmen des Friedensgebets (Beginn 15 Uhr) besteht die Möglichkeit, mit Ernst Grube (77), Überlebender des KZ Theresienstadt und stellvertretender Präsident der Lagergemeinschaft Dachau, ins Gespräch zu kommen und etwas von seiner Lebensgeschichte zu erfahren.
Um telefonische Anmeldung unter 081 31 / 35 15 14 wird gebeten.
14.11.10 / 16:00 Kloster Karmel 'Heilig Blut' Dachau
Ein Duo von der Musikhochschule Krakau (Viola/Klavier) spielt Werke von Rachel Knobler und anderen Komponisten. Die Künstlerin trägt eigene Texte vor. Kooperation: Karmel, Katholische Seelsorge
Rachel Knobler, 1924 in Polen geboren, kam mit 16 Jahren ins Krakauer Ghetto und überlebte mehrere Konzentrationslager. Nach Kriegsende wurde ihre Mutter im Heimatort ermordet. Rachel Knobler wollte nach Palästina auswandern, der Weg führte über München. Dort ist sie geblieben und widmet sich heute der Malerei, der Musik und dem Theater.
Ein Duo von der Musikhochschule Krakau (Viola/Klavier) spielt Werke von Rachel Knobler und anderen Komponisten. Die Künstlerin trägt eigene Texte vor. Kooperation: Karmel, Katholische Seelsorge
08.11.10 / 19:00 Rathaus Dachau, Konrad-Adenauer-Straße 2-6
Trägerkreis Pogromnachtgedenken in Dachau
In ganz Deutschland wurden am 9. November 1938 Synagogen verwüstet, angezündet und Juden aus ihren Häusern verschleppt. Fünfzehn jüdische Bürgerinnen und Bürger Dachaus wurden aus der Stadt vertrieben. Nur wenige entkamen dem Holocaust. – In den Tagen nach der Pogromnacht verschleppten die Nazis etwa 30.000 jüdische Männer in die Konzentrationslager Dachau, Sachsenhausen und Buchenwald. Unter ihnen waren auch der Vater und der Bruder der damals 9-jährigen Ruth L. David (geb. Oppenheimer) aus Fränkisch-Crumbach. Im Zeitzeugengespräch wird sie die Verfolgung ihrer Familie in der NS-Zeit schildern, aber auch ihre Rettung durch einen Kindertransport nach England.
Trägerkreis Pogromnachtgedenken in Dachau
29.10.10 / 05:30 - 01.11.10 / 22:00 Ravensbrück
Derzeit gibt es eine Warteliste. Info und Anmeldung über Dachauer Forum, Telefon 08131/996880 oder info@dachauer-forum.de
Mit Besuch des neuen Dokumentationszentrums »Topographie des Terrors« in Berlin.
Derzeit gibt es eine Warteliste. Info und Anmeldung über Dachauer Forum, Telefon 08131/996880 oder info@dachauer-forum.de
26.10.10 / 19:30 Versöhnungskirche
Shlomo Wolkowicz, Haifa/Israel, Kooperation: Katholische Seelsorge
Galizien, die Heimat von Shlomo Wolkowicz, wird im Sommer 1941 von der deutschen Wehrmacht erobert. In ihrem Gefolge ziehen »Einsatzgruppen« der SS durch Dörfer und Städte. Der 17-Jährige erlebt die gnadenlose Jagd auf die jüdische Bevölkerung. Nur Wenige überlebten. Jahrzehntelang hat er über seine Erlebnisse nicht reden können. Die Mordaktionen, denen er entkam, bleiben unsagbar. Dennoch will er nun Chronist der aussichtslosen Situationen und der Hoffnungsmomente sein.
Shlomo Wolkowicz, Haifa/Israel, Kooperation: Katholische Seelsorge
12.10.10 / 19:30 Versöhnungskirche
Kooperation: Dachauer Forum – Hinweis: Zeitzeugengespräch mit der Dachau-Überlebenden Livia Bitton-Jackson (79), 7.10.2010, 19 Uhr, KZ-Gedenkstätte Dachau, Besucherzentrum
Eva Gruberová hat sich bei den Vorarbeiten für die vielbeachtete Fernsehdokumentation »Geboren im KZ« und für die in der KZ-Gedenkstätte Dachau gezeigte Ausstellung »Sie gaben uns wieder Hoffnung« intensiv mit den Schicksalen der sieben weiblichen Häftlinge des Konzentrationslagers Dachau beschäftigt, die im Winter 1944/45 im Außenlager Kaufering ihre Kinder entbinden und retten konnten. Im Vortrag wird sie dieses »Wunder von Kaufering« in die bisher wenig beachtete Geschichte der Frauen im KZ Dachau einordnen.
Kooperation: Dachauer Forum – Hinweis: Zeitzeugengespräch mit der Dachau-Überlebenden Livia Bitton-Jackson (79), 7.10.2010, 19 Uhr, KZ-Gedenkstätte Dachau, Besucherzentrum
06.10.10 / 19:30 Friedenskirche Dachau, Herzog-Albrecht-Straße 19
Das Gespräch moderiert Pfarrer Thomas Körner, Kooperation: Friedenskirche, Eintritt: 2 Euro
Der jüdische Religionsphilosoph Dr. Yuval Lapide und der Dachauer Psychologe und Psychotherapeut Dr. Jürgen Müller-Hohagen sprechen über ihren Umgang mit Shoah und NS-Vergangenheit. Lapide ist der 1961 in Jerusalem geborene Sohn der Shoah-Überlebenden Pinchas und Ruth Lapide. Müller-Hohagen wurde 1946 in Westfalen geboren und hat sich intensiv mit den seelischen Auswirkungen der NS-Zeit beschäftigt.
Das Gespräch moderiert Pfarrer Thomas Körner, Kooperation: Friedenskirche, Eintritt: 2 Euro
04.10.10 / 19:30 Versöhnungskirche
Dr. Andreas Angerstorfer, Theologe und Judaist, Regensburg
Der Rechtsextremismus benutzt antisemitische Verschwörungstheorien als »Erklärungsversuch« für aktuelle Probleme und Krisen. In den letzten Jahren nehmen antisemitische Straftaten weltweit stark zu. Auch in Deutschland hat der Antisemitismus den Alltag und die Alltagssprache (wieder) erreicht, wie die Ausstellung »Rechtsradikalismus in Bayern« zeigt, die derzeit in der Versöhnungskirche zu sehen ist.
Dr. Andreas Angerstorfer, Theologe und Judaist, Regensburg
27.09.10 / 19:30 Versöhnungskirche
Dr. Elissa Mailänder Koslov, Historikerin, Essen / Paris, Kooperation: Dachauer Forum
Zwischen Herbst 1942 und Frühjahr 1944 waren im KZ Majdanek 28 SS-Aufseherinnen beschäftigt.Ihre erste »KZ-Erfahrung« machten diese Frauen während ihrer Ausbildung im zentralen Frauen-KZ Ravensbrück. Die Referentin stellt wesentliche Ergebnisse ihrer Doktorarbeit vor, in der sie anhand von NS-Dokumenten, Zeugenaussagen, Interviews und Erinnerungsliteratur untersucht, was diese Frauen bewogen hat, in einem KZ zu arbeiten, wie sie sich im »Universum der Gewalt« Majdaneks zurechtgefunden und wie sie es mitgestaltet haben.
Dr. Elissa Mailänder Koslov, Historikerin, Essen / Paris, Kooperation: Dachauer Forum
24.09.10 / 16:30 - 18:00 Treffpunkt Bahnhof Dachau / Infotafel
Karin Schwenke, Kooperation: Dachauer Forum
Der Weg führt vom Bahnhof zum Eingang der KZ-Gedenkstätte. 12 Tafeln informieren über die geschichtliche Bedeutung, die Topographie des Lagergeländes und die Berührungspunkte zwischen KZ und Stadt. Die Führung schildert die Situation in Dachau während der NS-Zeit und erinnert an die Menschen, die diesen Weg ins KZ gehen mussten.
Karin Schwenke, Kooperation: Dachauer Forum
16.09.10 / 19:30 Kino Cinema, Fraunhoferstraße 5, Dachau
Nach der Vorführung des Films, der das Leben der Brüder dokumentiert (91 Minuten), moderiert Pfarrer Dr. Björn Mensing das Nachgespräch, Kooperation: Cinema (Kartenreservierungen unter Tel. 081 31 / 266 99)
Menachem und Fred hießen früher Heinz und Manfred Mayer. 1938 werden sie und ihre Eltern aus Hoffenheim vertrieben, zwei Jahre später nach Südfrankreich deportiert. Nur die Kinder überleben. Während Manfred sich in Fred umbenennt und Amerikaner wird, legt sich Heinz den Namen Menachem zu und beginnt ein Leben als orthodoxer Jude in Israel. Erst 60 Jahre später sind beide bereit, sich dem Trauma ihrer Jugend zu stellen. Sie treffen sich auf Einladung des Fußballmäzens Dietmar Hopp, dessen Vater die Mayers einst vertrieben hatte.
Nach der Vorführung des Films, der das Leben der Brüder dokumentiert (91 Minuten), moderiert Pfarrer Dr. Björn Mensing das Nachgespräch, Kooperation: Cinema (Kartenreservierungen unter Tel. 081 31 / 266 99)
02.08.10 Karmel "Heilig Blut" Dachau
Schülerinnen und Schüler aus den Niederlanden erinnern mit Eigenkompositionen und einem Theaterstück (in Englisch) an das Leiden der Häftlinge im KZ Dachau. Der Abend richtet sich an die Teilnehmenden der Internationalen Jugendbegegnung und alle Interessierten. Anfangsuhrzeit und Infos unter Tel. 08131/13644
31.07.10 - 13.08.10 Dachau
Junge Menschen aus unterschiedlichen Ländern und Nationen treffen sich für 14 Tage in Dachau. Sie beschäftigen sich mit Ursachen und Auswirkungen der NS-Diktatur und fragen nach Bezügen zu ihrer Gegenwart. Eingeladen sind alle Interessierten zum internationalen Abend am Samstag, 7. August, um 19 Uhr und zum Zeitzeugencafé am Sonntag, 8. August, um 15 Uhr ins Jugendgästehaus Dachau, Roßwachtstraße 15. www.jugendbegegnung-dachau.de
13.07.10 / 19:30 Innenhof der Versöhnungskirche
Das Streichquartett spielt Werke von Haydn, Mendelssohn, Schubert und Schulhoff. Erwin Schulhoff wurde 1894 in Prag geboren. Der Komponist nahm auch Anregungen aus dem Jazz auf. Die Nazis diffamierten seine Werke als „entartete Musik“. Schulhoff wandte sich der Ästhetik des Sozialistischen Realismus zu und erwarb die Staatsbürgerschaft der UdSSR. Nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion wurde er als Bürger eines „Feindstaates“ von den Nazis interniert. Am 18. August 1942 starb Schulhoff im Lager auf der Wülzburg bei Weißenburg. Zwischen den Musikstücken erinnern kurze literarische Zeugnisse an die Situation der von den Nazis verfolgten Komponisten. Clara Scholtes (Violine), Simon Doggenweiler-Menkhaus (Violine), Fabian Schulz (Viola), Johannes Slenczka (Violoncello), Spezialvikar Michael Lorenz, Pastoralreferent Ludwig Schmidinger; bei schlechtem Wetter in der Kirche
16.06.10 / 19:30 Versöhnungskirche
Der auf den Filmaufnahmen der US-Kriegsberichterstatter basierende Dokumentarfilm „KZ Dachau“ wird seit 1969 mehrmals täglich an der KZ-Gedenkstätte Dachau gezeigt. Mittlerweile ist dabei die vier Jahrzehnte alte Produktion selbst zu einer wichtigen Quelle für den Umgang und die Auseinandersetzung mit der Geschichte des Lagers in den 1960er Jahren geworden. Unter diesem Blickwinkel hat Christian König in seiner neuen Studie den Film untersucht, der bis heute das Bild von diesem Ort bei den Besuchern oft entscheidend prägt. Er beleuchtet auch die Rahmenbedingungen und Hintergründe der Entstehung des Films und analysiert die Darstellung der Geschichte des Lagers im Film. Christian König (Autor), Dr. Bernhard Schoßig und Dr. Robert Sigel (Herausgeber)
14.05.10 / 13:00 - 15.05.10 / 13:15 Jugendgästehaus Dachau / Versöhnungskirche
Unter der Leitung von Prof. Dr. Thomas Brechenmacher (Potsdam) und Prof. Dr. Harry Oelke (München) referieren Wissenschaftler/innen den aktuellen Forschungsstand zu der Frage, wie Protestantismus und Katholizismus auf die NS-Verbrechen reagierten: Zwangssterilisation, „Euthanasie“-Krankenmord, Zwangsarbeit und Judenverfolgung. Christen gerieten in der NS-Zeit partiell selbst in den Fokus des Unrechtsstaates; etwa 2.800 Geistliche wurden ins KZ Dachau verschleppt. Wie gingen die Kirchen nach 1945 mit ihrem weitgehenden Versagen angesichts der NS-Verbrechen um? Am Freitag tagt das Symposium im Jugendgästehaus Dachau, am Samstag in der Versöhnungskirche. Ausführliches Programm und Anmeldung über www.dachauer-symposium.de oder Jugendgästehaus (Tel. 08131/617710).
13.05.10 / 19:00 Versöhnungskirche
Von 1943 bis 1945 war Pater Roth Häftling im KZ Dachau. Nach der Befreiung des KZ wurde er Seelsorger des Lagers Dachau-Ost, das auf dem Gelände des ehemaligen KZ entstand. Sein engagiertes Eintreten für eine Verbesserung der Lebensverhältnisse im Internierungs- und späteren Flüchtlingslager sowie seine Initiative für die Errichtung einer KZ-Gedenkstätte führten zu Missverständnissen und langjährigen Auseinandersetzungen auf unterschiedlichsten Ebenen. Im Jahr 1960 kam er unter ungeklärten Umständen ums Leben. Ludwig-Thoma-Gemeinde Dachau, Dr. Norbert Göttler (Buch und Regie)
13.05.10 / 14:00 Todesangst-Christi-Kapelle
2008 entstand aus dem Projekt „Gedächtnisbuch für die Häftlinge des KZ Dachau“ eine internationale Wanderausstellung. Eine neue, ergänzende Ausstellung über Geistliche im KZ Dachau wird im Rahmen des Ökumenischen Kirchentages in Anwesenheit von ehemaligen Häftlingen und von Angehörigen ermordeter Häftlinge vorgestellt. Trägerkreis Gedächtnisbuch
13.05.10 - 15.05.10 Versöhnungskirche / Karmel / Todesangst-Christi-Kapelle / KZ-Gedenkstätte
Das vollständige Programm finden Sie im Menüpunkt Aktuell.
02.05.10 / 10:45 Krematorium / Appellplatz
9.30 Uhr Ökumenischer Gottesdienst im Karmel „Heilig Blut“ Dachau, 10.45 Uhr Befreiungsfeier Krematorium / Appellplatz, 12.30 Uhr Gedenkstätte Schießplatz Hebertshausen, anschließend Tag der Begegnung“ auf der Ludwig-Thoma-Wiese in Dachau
01.05.10 / 18:00 Theodor-Heuss-Straße / Ecke Sudetenlandstraße, Dachau
In Erinnerung an die Häftlinge, die zu Tausenden noch in den letzten Tagen vor der Befreiung des Konzentrationslagers Dachau auf den Todesmarsch geschickt wurden, findet in Anwesenheit von ehemaligen Häftlingen an der Bronzeplastik von Hubertus von Pilgrim eine Gedenkfeier statt. Es werden Abba Naor (Überlebender des Todesmarsches) und andere sprechen. Trägerkreis Todesmarschmahnmal Dachau
16.04.10 - 18.04.10 Evang. Stadtakademie München
Bitte Prospekt anfordern und anmelden unter Tel. 089/5490270 oder info@evstadtakademie.de
15.04.10 / 19:00 Versöhnungskirche
Mehr als 100 prominente Häftlinge, darunter die Familien der Widerstandskämpfer vom 20. Juli 1944, verschleppte die SS als Geiseln in den letzten Kriegswochen in Richtung Alpen. Der Leidensweg führte im April 1945 auch durch das KZ Dachau. Ein Großteil der Gefangenen wurde später in Südtirol befreit. Fünf ehemalige Sippenhäftlinge haben ihre Mitwirkung zugesagt: Franz Freiherr von Hammerstein, Peter A. Jehle, Marie-Gabriele Schenk Gräfin von Stauffenberg, Otto Philipp Schenk Graf von Stauffenberg, Hildur Zorn (geb. Freiin von Hammerstein). Kooperation: Stiftung 20. Juli 1944, Zeitgeschichtsarchiv Pragser Wildsee, Katholische Seelsorge an der KZ-Gedenkstätte Dachau
09.04.10 / 19:30 Versöhnungskirche
Am 9. April 1945 wurde Dietrich Bonhoeffer von den Nationalsozialisten in Flossenbürg ermordet. Im aktiven Einsatz gegen den Nationalsozialismus in der Bekennenden Kirche und im politischen Widerstand ist er zum Zeugen für Glaubenstiefe und Zuwendung zur Welt geworden. An Bonhoeffers 65. Todestag werden wichtige Stationen seines Lebensweges erinnert und zu seinen zentralen Texten, zum Teil von Franz Wich vertont, in Beziehung gesetzt. Hans Werner von Wedemeyer (82), der jüngere Bruder von Bonhoeffers Verlobter Maria von Wedemeyer, wird über den Beitrag seiner Schwester für die Hinwendung des Theologen zur Diesseitigkeit sprechen. Diese zählt zum bleibenden Vermächtnis Bonhoeffers an uns. ASF-Freiwillige Lena Kofanova, Spezialvikar Michael Lorenz, Heila Steinmann (Blockflöte), Hans Werner von Wedemeyer, Franz Wich (Bariton)
24.03.10 / 19:30 Evang. Stadtakademie München
Dr. Jürgen Müller-Hohagen, Dipl.-Psychologe und Psychotherapeut, Dachau
22.03.10 / 19:30 Versöhnungskirche
Seit 1999 engagieren sich Menschen für das Projekt „Gedächtnisbuch für die Häftlinge des KZ Dachau“. Inzwischen haben sie über 120 Biographien verfasst. Am Jahrestag der Errichtung des KZ Dachau werden die neuesten Beiträge vorgestellt und ins Gedächtnisbuch aufgenommen: zu Sally Bruckmann (Oberpfalz) von Schülern aus Nabburg, zu Zygmunt Rasniewski (Polen) von Caspar Mattheis, zu Ernest Gillen (Luxemburg) von Schülern aus Mannheim und zu Dmitri Wolochowski (Ukraine) von Lena Kofanowa (Ukraine). Im Rahmen der Veranstaltung wird dem Trägerkreis Gedächtnisbuch die Anerkennungsurkunde „365 Orte im Land der Ideen“ 2010 übergeben. Trägerkreis Gedächtnisbuch
17.03.10 / 19:30 Evang. Stadtakademie München
Dr. Björn Mensing, Theologe und Historiker, Dachau
14.03.10 / 16:00 Versöhnungskirche
Der Kunsthistoriker PD Dr. Kai Kappel erarbeitete die erste Gesamtdokumentation der 1960 bis 1995 in der KZ-Gedenkstätte Dachau errichteten Kapellen und Kirchen sowie des Karmels und der Jüdischen Gedenkstätte. In den Blick genommen werden auch die problematischen Vorschläge zur christlichen Überformung des Ortes im ersten Jahrzehnt nach der Befreiung des Konzentrationslagers. An der Buchpräsentation nehmen der Autor und als Zeitzeugin Schwester Elija Boßler OCD teil, die 1966 in den Karmel „Heilig Blut“ Dachau eintrat. Auf dem Weg zum 2. ÖKT.
10.03.10 / 19:30 Evang. Stadtakademie München
Prof. Dr. Hans-Peter Heinz,, Pastoraltheologe, Augsburg
03.03.10 / 19:30 Evang. Stadtakademie, Herzog-Wilhelm-Str. 24, München
Der Vortrag des katholischen Diplom-Theologen Dr. Norbert Reck stellt die Ergebnisse einer gleichnamigen Studie vor. Veranstaltungsreihe: Die "zweite Schuld" - Die Kirchen nach 1945. Mitveranstalter: Versöhnungskirche Dachau. Auf dem Weg zum 2. ÖKT.
03.03.10 / 19:30 Evang. Stadtakademie München
Dr. Norbert Reck, Theologe, München
28.02.10 / 12:00 Versöhnungskirche
Der Künstler Achs FisGhal, der an der Fachhochschule Ottersberg Kunsttherapie, Kunstpädagogik und Freie Bildende Kunst studierte und sein Atelier in Bronnen (Oberschwaben) hat, wird zur Finissage seiner „Buch-Male“ mit (Un-)Worten der NS-Propaganda in die Versöhnungskirche kommen.
24.02.10 / 19:30 Evang. Stadtakademie, Herzog-Wilhelm-Str. 24, München
Der Vortrag des Zeithistorikers Prof. Dr. Norbert Frei ist der Auftakt der Veranstaltungsreihe: Die "zweite Schuld" - Die Kirchen nach 1945. Mitveranstalter: Versöhnungskirche Dachau. Auf dem Weg zum 2. ÖKT.
24.02.10 / 19:30 Evang. Stadtakademie München
Prof. Dr. Norbert Frei, Historiker, Jena
10.02.10 / 19:30 Versöhnungskirche
Reemtsma fragt, wie neben dem modernen Programm der Gewalteinschränkung extreme Destruktivität bestehen kann; wie Vertrauen in die Moderne ungeachtet der Gewaltexzesse des 20. Jahrhunderts - wie sie etwa im KZ Dachau begangen wurden - fortbesteht.
Prof. Dr. Jan Philipp Reemtsma (Vorstand des Hamburger Instituts für Sozialforschung) stellt die Ergebnisse seiner vielbeachteten Studie "Vertrauen und Gewalt - Versuch über eine besondere Konstellation der Moderne" vor.
Reemtsma fragt, wie neben dem modernen Programm der Gewalteinschränkung extreme Destruktivität bestehen kann; wie Vertrauen in die Moderne ungeachtet der Gewaltexzesse des 20. Jahrhunderts - wie sie etwa im KZ Dachau begangen wurden - fortbesteht.
27.01.10 / 19:00 Ludwig-Thoma-Haus, Augsburger Str. 23, Dachau
Der Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz durch die Rote Armee am 27. Januar 1945 wird in Deutschland seit 1996 als „Tag des Gedenkens für die Opfer des Nationalsozialismus“ begangen. In Dachau wird dazu ein Zeitzeugengespräch mit dem jüdischen Dachau-Überlebenden Solly Ganor (81) stattfinden. Trägerkreis Holocaust-Gedenktag in Dachau
14.01.10 / 19:30 Kloster Karmel
Henny Seidemann wurde 1922 in Berlin geboren. 1935 floh sie mit ihrer Familie vor den Nazis nach Barcelona, wurde 1936 im Spanischen Bürgerkrieg nach Deutschland zurückgeschickt und ans jüdische Kinderheim in der Antonienstraße in München übergeben. 1938 floh sie ein zweites Mal nach Spanien. 1957 kam sie nach München zurück. Seither engagiert sie sich für die Unterstützung von KZ-Überlebenden und für den jüdisch-christlichen Dialog. Ökum. Kooperation
01.12.09 / 19:30 Synagoge Beth Shalom, München
Rabbiner Dr. Tom Kucera von der liberalen jüdischen Gemeinde Beth Shalom stellt in der Synagoge den Ablauf des Kabbalat Schabbat-Gottesdienstes vor, mit dem am Freitagabend der Beginn des Schabbat gefeiert wird. Der Rabbiner steht im Anschluss für ein Gespräch zur Verfügung. Anmeldung bis 24.11.09 unter Tel. 0 81 31/ 136 44 oder info@versoehnungskirche-dachau.de (nach Anmeldung Info zum Treffpunkt). Ökum. Kooperation
25.11.09 / 19:30 Versöhnungskirche
Der Künstler Achs FisGhal, der an der Fachhochschule Ottersberg Kunsttherapie, Kunstpädagogik und Freie Bildende Kunst studierte und sein Atelier in Bronnen (Oberschwaben) hat, gibt eine Einführung in die „Buch-Male“ mit (Un-)Worten der NS-Propaganda. Weitere Informationen unter Ausstellungen.
15.11.09 / 16:00 Kloster Karmel
Rachel Knobler, 1924 in Polen geboren, kam mit 16 Jahren ins Krakauer Ghetto und überlebte mehrere Konzentrationslager. Nach Kriegsende wurde ihre Mutter im Heimatort ermordet. Rachel Knobler wollte nach Palästina auswandern, der Weg führte über München. Dort ist sie geblieben und widmet sich heute der Malerei, der Musik und dem Theater. Ein Duo von der Musikhochschule Krakau (Viola/Klavier) spielt Werke von Rachel Knobler und anderen Komponisten. Die Künstlerin trägt eigene Texte vor.
14.11.09 / 09:30 - 17:00 Versöhnungskirche
Die SS zwang Häftlinge des Konzentrationslagers Dachau zur Sklavenarbeit in etwa 150 Arbeitskommandos und Außenlagern in Süddeutschland und Österreich. In den letzten Kriegswochen trieben die Nazis noch tausende KZ-Häftlinge auf den Todesmärschen in Richtung Alpen. Der ökumenische Seminartag wendet sich besonders an Menschen aus den Orten, in denen sich Außenlager befunden haben oder durch die Todesmärsche gingen. Neben historischen Informationen und einem Zeitzeugengespräch bietet das Seminar Anregungen zur Gestaltung von Gedenkveranstaltungen zum 65. Jahrestag der Befreiung der Außenlager und der Todesmärsche im Frühjahr 2010. Infos und Anmeldung bis 10.11.09 unter Tel. 0 81 31/ 136 44 oder info@versoehnungskirche-dachau.de. Auf dem Weg zum ÖKT.
11.11.09 / 19:30 Versöhnungskirche
Von den Nazis 1933 ins KZ gesperrt und aus seiner Position als Amtsrichter in Stuttgart entfernt, floh Fritz Bauer (1903-1968), Sozialdemokrat jüdischer Herkunft, ins Ausland. 1949 kehrte er nach Deutschland zurück. Als hessischer Generalstaatsanwalt war er eine zentrale Persönlichkeit der bundesdeutschen Strafverfolgung von NS-Verbrechen und des großen Auschwitz-Prozesses ab 1963 in Frankfurt. Sein konsequentes Vorgehen setzt bis heute Zeichen in der Aufarbeitung des Terrors der Nationalsozialisten. Aktuelle Entwicklungen werden bei der Veranstaltung mit in den Blick genommen. PD Dr. Irmtrud Wojak, Gründungsdirektorin des NS-Dokumentationszentrums München
08.11.09 / 18:00 Rathaus, Konrad-Adenauer-Str. 2-6, Dachau
In ganz Deutschland wurden am 9. November 1938 Synagogen verwüstet, angezündet und Juden aus ihren Häusern verschleppt. Fünfzehn jüdische Bürgerinnen und Bürger Dachaus wurden aus der Stadt vertrieben. Es war ein Abschied für immer. Nur wenige entkamen dem Holocaust. Die Shoah-Überlebende Rachel Knobler (85) liest aus ihren Gedichten über die Erfahrungen in Auschwitz und anderen Konzentrationslagern. Das Gedenken wird mit Kompositionen der Zeitzeugin gestaltet. Die Musiker kommen aus ihrer polnischen Heimat. Stadt Dachau, Trägerkreis Pogromnacht-Gedenkfeier in Dachau
08.11.09 / 12:00 Filmsaal der KZ-Gedenkstätte Dachau
Gottesdienst und Preview zu den Reaktionen auf das Bürgerbräu-Attentat
Am Sonntag, 8. November 2009, um 11 Uhr findet zum 70. Jahrestag des Attentats von Georg Elser auf Adolf Hitler in der Evangelischen Versöhnungskirche auf dem Gelände der KZ-Gedenkstätte Dachau ein Gottesdienst statt. An dem Gottesdienst nehmen mehrere Gäste aus Königsbronn, dem Heimatort von Georg Elser teil. Dabei ist auch Joachim Ziller, der sich seit Jahren in der „Georg Elser Gedenkstätte“ engagiert. Wenn es seine Gesundheit zulässt, wird auch Georg Elsers Neffe Franz Hirth (80), der seinen Onkel noch kurz vor dem Anschlag sah, aus Stuttgart nach Dachau kommen. Aus Hohenbercha im Landkreis Freising nimmt Therese Sonnleitner teil. Sie saß am 9. November 1939 im katholischen Religionsunterricht bei Pfarrer Korbinian Aigner. Die Schüler waren über Radio vom Attentatsversuch des Vorabends informiert. Aigner, der 1937 wegen seiner NS-kritischen Äußerungen von Sittenbach bei Odelzhausen nach Hohenbercha hatte wechseln müssen, ging im Unterrichtsgespräch auch auf das aktuelle Geschehen ein und sagte: „Ich weiß nicht, ob das Sünde ist, was der Attentäter im Sinn hatte. Dann wäre halt vielleicht eine Million Menschen gerettet worden.“ Eine Aushilfslehrerin informierte den NSDAP-Ortsgruppenleiter von Hohenkammer, der die Sache weitermeldete. Korbinian Aigner wurde festgenommen und dem Amtsgerichtsgefängnis Freising überstellt. Im Mai 1940 wurde er zu sieben Monaten Gefängnis verurteilt. Nach Verbüßung der Strafe kam er ins KZ Sachsenhausen und im Oktober 1941 ins KZ Dachau, wo dem als „Apfelpfarrer“ bekannten Geistlichen unter widrigen Bedingungen die Züchtung neuer Apfelsorten gelang. Ende April 1945 gelang Aigner in Aufkirchen am Starnberger See die Flucht vom Todesmarsch. Aigner kehrte nach Kriegsende nach Hohenbercha zurück und nahm seinen Dienst wieder auf. In dankbarer Verbundenheit werden mehrere frühere Gemeindemitglieder am Sonntag mit Therese Sonnleitner zum Gottesdienst nach Dachau kommen. Im Gottesdienst werden Pfarrer Dr. Björn Mensing und Spezialvikar Michael Lorenz an Georg Elser, der am 9. April 1945 im KZ Dachau ermordet wurde, und an die Menschen, die wie Korbinian Aigner den Mut aufbrachten, ihr Bedauern über das Scheitern des Attentats zu äußern, erinnern. Innerhalb der Kirchen waren diese Stimmen die absolute Ausnahme. Kirchliche Zeitschriften gaben die offizielle Lesart der NS-Propaganda wieder: Das „feindliche Ausland“ stehe hinter dem „frevelhaften Anschlag auf das Leben des Führers“. Besonders evangelische Kirchenleitungen wiesen die Pfarrer an, in den Gottesdiensten „dem Dank gegen Gott für sein gnädiges Bewahren Ausdruck zu geben“. Der evangelische Pfarrer Martin Niemöller, von 1941 bis 1945 Häftling im KZ Dachau, verbreitete nach dem Krieg das Gerücht, Georg Elser habe in Wirklichkeit nur ein Scheinattentat im Auftrage Hitlers durchgeführt, um die Kriegsstimmung anzuheizen und Hitlers Schutz durch die Vorsehung zu belegen. Solche Gerüchte waren schon im Zweiten Weltkrieg von NS-Gegnern kolportiert worden. Niemöllers Aussagen hatten besonderes Gewicht – der Widerstandskämpfer hatte nach 1945 höchste kirchliche Ämter inne – und trugen wesentlich zur Diskreditierung Elsers bei. Auch nach dem zweifelsfreien wissenschaftlichen Nachweis von Elsers Alleintäterschaft im Jahre 1969 hielt Niemöller an den Gerüchten fest. Nach dem Gottesdienst findet um 12 Uhr im Filmsaal der KZ-Gedenkstätte eine Präsentation der neuen BR-Dokumentation „Die zweite Hinrichtung des Georg Elser – Der schwierige Umgang mit einem Aufrechten“ (45 Minuten) statt. Die Erstausstrahlung im Bayerischen Fernsehen erfolgt am 9. November 2009 um 22.30 Uhr. In ihrer Dokumentation geht Jutta Neupert der Frage nach, warum das Attentat vom Bürgerbräukeller bis heute diskreditiert wird, warum der Widerstand eines Schreiners aus der Provinz über Jahrzehnte totgeschwiegen oder anders bewertet wurde als der Widerstand der Offiziere vom 20. Juli 1944. Die BR-Autorin hat für den Film Georg Elsers Neffen Franz Hirth interviewt, aber auch Persönlichkeiten, die sich heute für eine angemessene Würdigung von Georg Elser einsetzen: Professor Johannes Tuchel von der Gedenkstätte Deutschen Widerstand, Joachim Ziller von der Georg Elser Gedenkstätte Königsbronn und Rolf Hochhuth, der für ein Elser-Denkmal in Berlin kämpft. Bei der Filmpräsentation wird Dr. Dirk Riedel in Vertretung der Gedenkstättenleiterin sprechen. Am Podiumsgespräch nach der Filmvorführung beteiligen sich die Filmautorin Jutta Neupert, Joachim Ziller aus Königsbronn und, soweit es seine Gesundheit zulässt, Georg Elsers Neffe Franz Hirth. Die Moderation hat Dr. Björn Mensing, Theologe und Historiker an der Versöhnungskirche.
Gottesdienst und Preview zu den Reaktionen auf das Bürgerbräu-Attentat
24.10.09 / 07:00 - 19:30 Treffpunkt: Bahnhof Dachau, Busbahnhof
Kosten: 25 €
Noch bevor die Stollenanlage fertiggestellt wurde, erreichten französische Truppen Ende April 1945 den Bodensee, so dass mit der Produktion von Kriegsgeräten in der Anlage nicht begonnen werden konnte. Der größte Teil des Stollens ist weiterhin zugänglich. Wenige Kilometer entfernt entstand das KZ Aufkirch mit durchschnittlich 800 Häftlingen. 168 Häftlinge überlebten nicht. Ein Mitarbeiter der Dokumentationsstätte wird die Gruppe begleiten. Anmeldung bis 20.10.09 über Dachauer Forum, Telefon 08131/996880 oder info@dachauer-forum.de
Kosten: 25 €
21.10.09 / 19:30 Kino Cinema, Fraunhoferstr. 5, Dachau
Nach der Filmvorführung (USA/GB 2008, 93 Minuten) moderiert Pfarrer Dr. Björn Mensing das Nachgespräch über das umstrittene Holocaust-Drama nach dem international erfolgreichen Jugendroman von John Boyne. Kooperation: Cinema (Kartenreservierungen unter Tel. 081 31/266 99)
06.10.09 / 19:30 Versöhnungskirche
Filmautorin Jutta Neupert wird ihre für die ARD neubearbeitete BR-Dokumentation über die Hilfsstelle für Christen jüdischer Herkunft in der NS-Zeit zeigen (45 Minuten). Die Zeitzeugin Dorothea Wilke wird im Nachgespräch berichten, wie sie als Kind in Berlin miterleben musste, dass die Nazis ihre Familie wegen der jüdischen Herkunft ihres Vaters verfolgten. An der Hand ihrer Mutter stand sie unter den Frauen in der Rosenstraße, die erfolgreich die Freilassung ihrer Männer einforderten. Erstausstrahlung ARD: 7.10.09, 23.30 Uhr.
25.09.09 / 16:30 - 18:00 Treffpunkt: Dachauer Forum, Ludwig-Ganghofer-Str. 4, Dachau
Auf diesem Rundgang im Bereich der Herrmann-Stockmann-Straße wird die Geschichte des jüdischen Lebens und das Schicksal der jüdischen Bürger in Dachau erzählt. Sie lebten als anerkannte und respektierte Bürger. Bis November 1938 wurden alle aus der Stadt vertrieben. Sechs jüdische Dachauer Bürger wurden in Konzentrationslagern ermordert. Stolpersteine erinnern heute an sie. Brigitte Fiedler, Ökum. Kooperation mit dem Dachauer Forum
23.09.09 / 19:30 Versöhnungskirche
„Wär ich nur zuhause geblieben!“ – Allam, Ismael, Moubarak und Dash stammen aus dem Sudan. Wie zehntausende Migranten jährlich kamen sie in überfüllten Flüchtlingsbooten nach Europa. Die Hoffnung war groß, die Enttäuschung grenzenlos: niemand will sie hier auf Lampedusa und Sizilien. Die „Illegalen“ – keiner will sie haben. Sie sind jung und voller Zuversicht, wollen Armut oder Krieg hinter sich lassen. Nein, so hatten sie sich ihre Zukunft nicht vorgestellt. Die Regisseurin Carmen Té wird in ihren Film einführen. Kooperation: AK Asyl Dachau, ai-Regionalgruppe Dachau, Caritas Dachau
18.09.09 / 18:00 Kloster Karmel
Auf dem Weg zum ÖKT.
Die Karmelitin Edith Stein wurde wegen ihrer jüdischen Herkunft 1945 im KZ Auschwitz ermordet. Die Schauspielerin Margarita Teresa Fernandez Molina gibt mit ihrer szenisch-musikalischen Lesung Einblicke in das Leben und die facettenreiche Persönlichkeit von Edith Stein.
Auf dem Weg zum ÖKT.
01.08.09 - 14.08.09 Dachau
www.jugendbegegnung-dachau.de
Junge Menschen aus unterschiedlichen Ländern und Nationen treffen sich für 14 Tage in Dachau. Sie beschäftigen sich mit Ursachen und Auswirkungen der NS-Diktatur und fragen nach Bezügen zu ihrer Gegenwart. Eingeladen sind alle Interessierten zum ökumenischen Gottesdienst am Sonntag, 2. August, um 9.15 Uhr in die Versöhnungskirche sowie zum internationalen Abend am Samstag, 8. August, um 19 Uhr und zum Zeitzeugencafé am Sonntag, 9. August, um 15 Uhr ins Jugendgästehaus Dachau, Roßwachtstraße 15.
www.jugendbegegnung-dachau.de
28.07.09 / 19:00 Block 8
Maccabi München und die Evangelische Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte Dachau laden daher anlässlich des 125. Geburtstags von Kurt Landauer zu einer Gedenkfeier und einem anschließenden Zeitzeugengespräch ein. Die Gedenkfeier beginnt um 19 Uhr am Block 8, in der Lagerstraße des ehem. Konzentrationslagers, wohin Kurt Landauer nach dem 9. November 1938 verschleppt wurde. Er überlebte und kam am 13. Dezember 1938 wieder frei. Im Anschluss an die Gedenkfeier findet in der Versöhnungskirche (19.30 Uhr), nach einer inhaltlichen Einführung von Dietrich Schulze-Marmerling ein Zeitzeugengespräch mit Uri Siegel, Neffe von Kurt Landauer statt. Kurt Landauer war von 1913 - 1914, von 1919 - 1933 und von 1947 - 1951 Präsident des F.C. Bayern. Unter seiner Führung entwickelte sich der F.C. Bayern zu einem der bedeutendsten Vereine in Deutschland. Landauer legte damit entscheidende Grundlagen für die spätere Erfolgsgeschichte des FC Bayern München.
24.07.09 / 20:00 Lukaskirche München, Marienplatz
Aus dem Briefwechsel lesen Margarete Binsack (22) und Richard Seidl (23). Das Dachauer Jugendstreichquartett AmpArt übernimmt die musikalische Gestaltung. Dr. Björn Mensing gibt eine Einführung. Kooperation: Evangelische Jugend München
Im Winter 1942/43 kämpfen Sophie und Hans Scholl mit den Flugblättern der „Weißen Rose“ gegen das NS-Regime. Zur selben Zeit ist Fritz Hartnagel, Offizier der deutschen Wehrmacht, im Kessel von Stalingrad eingeschlossen. Als er im Lazarett Sophies letzten Brief erhält, ist das Todesurteil gegen sie bereits vollstreckt. – 1937 begann die Freundschaft, die Liebe zwischen der sechzehnjährigen Schülerin und dem jungen Leutnant.
Aus dem Briefwechsel lesen Margarete Binsack (22) und Richard Seidl (23). Das Dachauer Jugendstreichquartett AmpArt übernimmt die musikalische Gestaltung. Dr. Björn Mensing gibt eine Einführung. Kooperation: Evangelische Jugend München
16.07.09 / 19:30 Versöhnungskirche
Das Programm umfasst israelische Tänze und jiddische Lieder. Das Konzert findet bei gutem Wetter im Innenhof der Kirche statt.
„Scholem Alejchem“ besteht aus Shlomo Tidhar (Blockflöte) und Henrike Oberländer (Gesang, Blockflöte, Gitarre). Shlomo Tidhar wurde 1932 in Chemnitz geboren. Seine Eltern flohen 1936 mit ihm nach Palästina. Er studierte später Blockflöte in Basel und lehrte an der Universität Tel Aviv dieses Instrument. Daneben trat er mit unterschiedlichen Ensembles weltweit auf. Nach der Pensionierung siedelte er nach Deutschland über, wo er heute eine Musikschule in Marktoberdorf leitet. Henrike Oberländer ist im Allgäu als Musikpädagogin tätig und beschäftigt sich intensiv mit jiddischer Sprache und Kultur.
Das Programm umfasst israelische Tänze und jiddische Lieder. Das Konzert findet bei gutem Wetter im Innenhof der Kirche statt.
11.07.09 / 14:00 - 17:00 Mahnmal auf dem ehem. Appellplatz
PD Dr. Kai Kappel, Kunsthistoriker, Dr. Björn Mensing, Historiker und Pfarrer der Versöhnungskirche, Ludwig Schmidinger, Bischöflicher Beauftragter für KZ-Gedenkstättenarbeit, Kooperation: Dachauer Forum (Anmeldung erwünscht bis 3.7.09 unter Tel. 081
Dachau – am 22. März 1933 als erstes dauerhaftes staatliches Konzentrationslager eingerichtet – ist „ein Bezirk, dessen Boden uns durch die Sohlen brennt, auch wenn wir ihn nie betreten haben“ (Ulrich Conrads). Im Rahmen des Rundgangs sollen jene kirchlichen Bauten in den Blick genommen werden, die unmittelbar vor und nach 1965 entstanden, als das Lager endlich zur KZ-Gedenkstätte erklärte wurde: Todesangst-Christi-Kapelle (1960), Karmel Heilig Blut (1964) und Versöhnungskirche (1967). Die Geschichte und architektonische Form dieser Bauten spiegeln das Ringen um ein angemessenes kirchliches Gedenken. Es soll auch diskutiert werden, ob diese mehr als eine Generation alten Konzepte für unsere Gegenwart tragfähig sind.
PD Dr. Kai Kappel, Kunsthistoriker, Dr. Björn Mensing, Historiker und Pfarrer der Versöhnungskirche, Ludwig Schmidinger, Bischöflicher Beauftragter für KZ-Gedenkstättenarbeit, Kooperation: Dachauer Forum (Anmeldung erwünscht bis 3.7.09 unter Tel. 081
24.06.09 / 19:30 Versöhnungskirche
Dan Lewis hat als Freiwilliger in Bangalore gearbeitet und wird mit Bildern von den Hilfsangeboten für die Kinder berichten – und um Unterstützung werben.
Die Kinder in den Slums von Bangalore wachsen unter unvorstellbaren Bedingungen auf: kein Strom, kein sauberes Wasser und vor allem nicht genügend Essen. Diese „Straßenkinder“ werden oft ausgebeutet und sehr schlecht behandelt. Die Yuvalok Foundation, eine Nichtregierungsorganisation (NGO), bietet an ihren sechs Schulen mehr als 900 dieser Kinder die Möglichkeit, jeden Tag sowohl eine grundlegende Ausbildung als auch Frühstück und Mittagessen zu bekommen.
Dan Lewis hat als Freiwilliger in Bangalore gearbeitet und wird mit Bildern von den Hilfsangeboten für die Kinder berichten – und um Unterstützung werben.
21.06.09 / 17:00 Kloster Karmel
Itzik Manger (1901-1969) gilt als der „Prinz der jiddischen Ballade“. Seine Karriere begann in Polen. Er flüchtete vor den Nazis nach England. Manger beschreibt in seinen Gedichten und Balladen die Welt des osteuropäischen Judentums, die im Holocaust untergegangen ist. In dieser Welt war auch Rachel Knobler groß geworden. Wie durch ein Wunder überlebte sie als junge Frau Auschwitz und andere Konzentrationslager und lebte heute als Künstlerin in München. Sie hat Texte von Itzik Manger aus dem Jiddischen ins Deutsche übertragen und vertont. An dem Abend werden in Anwesenheit der Künstlerin einige dieser Lieder wie auch weitere Werke vorgetragen
19.05.09 / 19:30
Am Preview nehmen Jutta Neupert sowie Marianne Pflüger (80), Walter Joelsen (82) und Friedrich Rießbeck (82) teil. - Der Film wird in der BR-Reihe "Stationen" am 20. Mai um 19 Uhr gesendet.
Landesbischof Hans Meiser setzte seine Vorstellungen von Kirche bis zum Ende seiner Amtszeit 1955 beharrlich durch. Die Fragen nach den Verstrickungeder Kirche in den NS-Staat wurden murrend umgangen. Der Film von Jutta Neupert erzählt von den Befindlichkeiten in der evangelischen Kirche nach dem Krieg und in den Fünfziger Jahren. Drei Zeitzeugen berichten von ihren Erlebnissen zwischen Aufbruch und Anpassung. Historische Filmausschnitte legen ein beredtes Zeugnis vom damaligen Lebensgefühl ab.
Am Preview nehmen Jutta Neupert sowie Marianne Pflüger (80), Walter Joelsen (82) und Friedrich Rießbeck (82) teil. - Der Film wird in der BR-Reihe "Stationen" am 20. Mai um 19 Uhr gesendet.
12.05.09 / 19:30 Versöhnungskirche
Giles Bennett, München, Kooperation: Dachauer Forum
Die NS-Diktatur versuchte alle Bereiche des Lebens zu durchdringen – auch die Musik. Dies betraf die großen Orchester und Musiktheater in den Städten, ebenso wie Musikvereine auf den Dörfern. Der Vortrag mit Hörbeispielen und Diskussion thematisiert die Organisation des Musiklebens, die ideologische Ausrichtung der erlaubten Musik sowie die Unterdrückung und Verfolgung der verbotenen Musik, aber auch den Widerstand politisch und „rassisch“ ausgeschlossener Musikschaffender.
Giles Bennett, München, Kooperation: Dachauer Forum
03.05.09 / 12:30 Gedenkstätte Schießplatz Hebertshausen
"anschließend ""Tag der Begegnung"" im Jugendgästehaus Dachau"
"anschließend ""Tag der Begegnung"" im Jugendgästehaus Dachau"
03.05.09 / 10:45 Krematorium / Appellplatz
Befreiungsfeier
02.05.09 / 18:00 Theodor-Heuss-Straße / Ecke Sudetenlandstraße
Trägerkreis Todesmarschmahnmal Dachau
In Erinnerung an die Häftlinge, die zu Tausenden noch in den letzten Tagen vor der Befreiung des Konzentrationslagers Dachau auf den Todesmarsch geschickt wurden, findet in Anwesenheit von ehemaligen Häftlingen an der Bronzeplastik von Hubertus von Pilgrim eine Gedenkfeier statt. Es wird u. a. Abba Naor, Überlebender des Todesmarsches, sprechen.
Trägerkreis Todesmarschmahnmal Dachau
22.04.09 / 19:30 Versöhnungskirche
Heinz Hermann Niemöller, geboren 1924, verlebte seit 1931 seine Kindheit und Jugend in Berlin-Dahlem. Schon früh lernte er jüdische Mitschüler kennen. Und in der Gemeinde seines Vaters fanden Menschen Zuflucht und Hilfe, die von den Nazis wegen ihrer jüdischen Herkunft verfolgt wurden – Martin Niemöller war als einer der führenden Männer der Bekennenden Kirche von 1941 bis 1945 selbst im KZ Dachau eingesperrt. Aus der Sicht eines Zeitzeugen wird der Referent über das Verhältnis zwischen evangelischen Christen und Juden in der NS-Zeit sprechen.
22.03.09 / 17:00 Versöhnungskirche
Trägerkreis Gedächtnisbuch (im Februar 2009 vom „Bündnis für Demokratie und Toleranz“ mit dem Preis „Aktiv für Demokratie und Toleranz 2008“ ausgezeichnet)
Seit 1999 engagierten sich zahlreiche Menschen für das Projekt. Inzwischen haben sie über 100 Biographien von Häftlingen des KZ Dachau verfasst. 2008 entstand aus diesem Engagement eine internationale Wanderausstellung mit 22 Biographien aus dem Gedächtnisbuch. Im ersten Jahr tourte die mehrsprachige Ausstellung bereits durch mehr als 30 Orte in sechs Ländern Europas. Am Jahrestag der Errichtung des KZ Dachau werden die neuesten Beiträge vorgestellt und ins Gedächtnisbuch aufgenommen: zu Srecko Bjelicic (Serbien) von Borislav Bjelicic (Mannheim) und zu Karel Horais (Tschechoslowakei) von Jos Sinnema (Amsterdam). Zudem gibt es einen Rückblick auf zehn Jahre Projektarbeit.
Trägerkreis Gedächtnisbuch (im Februar 2009 vom „Bündnis für Demokratie und Toleranz“ mit dem Preis „Aktiv für Demokratie und Toleranz 2008“ ausgezeichnet)
03.03.09 / 19:30 Versöhnungskirche
Rabbiner Dr. Tomas Kucera, München, im Rahmen der „Woche der Brüderlichkeit“
„Theologie nach Auschwitz“ bezieht sich auf die theologische und philosophische Debatte, die versucht Antworten zu finden auf die Frage: Wie können Menschen nach dem Holocaust noch an Gott glauben? Im Judentum wird – wie auch im Christentum und im Islam – traditionell gelehrt, dass Gott allmächtig ist. Aber diese Lehre steht im Kontrast zu der Tatsache, dass es viel Böses in der Welt gibt. In allen Glaubensrichtungen gibt es Lösungsversuche dieser Frage (Theodizeen). Angesichts der Größe des Bösen, die im Holocaust sichtbar wurde, haben auch jüdische Theologen die klassischen Lösungsversuche in Frage gestellt.
Rabbiner Dr. Tomas Kucera, München, im Rahmen der „Woche der Brüderlichkeit“
12.02.09 / 19:30 Karmel-Kloster Dachau
Filmautor Hellmut Schlingensiepen, Zeitzeuge und Historiker Dr. h.c. Ulrich Kabitz (88)
Der neue Film erzählt die Geschichte von Helmuth James Graf von Moltke, seinen Weg von der weltoffenen Erziehung auf dem Familiengut Kreisau in den Widerstand. Als Anwalt und später als Völkerrechtler im Amt Ausland/Abwehr setzte er sich für jüdische und andere NS-Verfolgte, für Kriegsgefangene und Geiseln ein. Er plante mit anderen die demokratische Neuordnung Deutschlands nach Hitler. Im Widerstand und in der Haft waren für ihn der christliche Glaube und die ökumenische Verbindung zu Pater Alfred Delp wichtig. Anfang 1945 ermordete die NS-Justiz beide in Berlin-Plötzensee.
Filmautor Hellmut Schlingensiepen, Zeitzeuge und Historiker Dr. h.c. Ulrich Kabitz (88)
01.02.09 / 11:00 Versöhnungskirche
Diakon Eberhard Schulz
Diakon Eberhard Schulz
27.01.09 / 19:00 Ludwig-Thoma-Haus Dachau
Trägerkreis Holocaust-Gedenktag in Dachau
Werner Bab, geboren 1926, wurde infolge der Nürnberger Rassegesetze der Besuch öffentlicher Schulen untersagt. 1939 konnten seine Mutter und Schwester nach Shanghai emigrieren. Er blieb mit seinem Vater in Berlin. Der Vater beging 1942 Suizid, als Deportationslisten zusammengestellt wurden. Nach einem gescheiterten Fluchtversuch in die Schweiz kam Werner in verschiedene Gefängnisse, im Herbst 1944 ins KZ Auschwitz. 1945 überlebte er die Todesmärsche nach Mauthausen, Melk und Ebensee, wo er befreit wurde. Nach einer Zeit in den USA lebt er seit 1958 wieder in Berlin.
Trägerkreis Holocaust-Gedenktag in Dachau
14.01.09 / 19:30 Versöhnungskirche
Erziehungs- und Politikwissenschaftler M.A.Otto Böhm - Nürnberger Menschenrechtszentrum
Wie hängen Menschenwürde und Menschenrechte zusammen? Ist das eine der Kern, der durch das andere geschützt wird? - Eine Reaktion auf die NS-Verbrechen war die Allgemeine Menschenrechtserklärung der UN am 10. Dezember 1948. Die Nazis hatten den jüdischen Bürgern die Menschenwürde und dann ihre Rechte abgesprochen. Es folgten die Vertreibung und Vernichtung. Die Menschenrechte sollten das "Nie wieder!" sichern. Auch wenn noch heute Menschenrechte verletzt werden, stellt die UN-Erklärung einen wichtigen Fortschritt dar.
Erziehungs- und Politikwissenschaftler M.A.Otto Böhm - Nürnberger Menschenrechtszentrum
14.12.08 / 11:00 Versöhnungskirche
Pfarrerin Sabine Böhlau, Diakon Klaus Schultz, Refugio München, amnesty international Regionalgruppe Dachau
Am 10. Dezember 1948 verabschiedeten die Vereinten Nationen als Reaktion auf die NS-Verbrechen die Allgemeine Menschenrechtserklärung, "da die ... Verachtung der Menschenrechte zu Akten der Barbarei geführt haben, die das Gewissen der Menschheit mit Empörung erfüllen". Im Gottesdienst würdigen wir, dass sich die Mitgliedsstaaten 1948 verpflichtet haben, auf die "Achtung und Einhaltung der Menschenrechte ... hinzuwirken", und beklagen die aktuellen Menschenrechtsverletzungen.
Pfarrerin Sabine Böhlau, Diakon Klaus Schultz, Refugio München, amnesty international Regionalgruppe Dachau
04.12.08 / 19:30 Versöhnungskirche
Kunsthistoriker M.A. Hans Georg Hiller von Gaertringen
Die NS-Bildpropaganda prägt bis heute unsere Sicht auf diese Zeit. Leni Riefenstahl und andere missbrauchten die Macht der Bilder, um die menschenverachtenden Ziele der Nazis zu verschleiern. Am Beispiel von Walter Frentz setzt der Vortrag die Aufnahmen in den Kontext eines verbrecherischen Regimes und fragt nach seiner persönlichen Verantwortung. Frentz gehörte über Jahre zum inneren Zirkel der Mächtigen der Nazi-Diktatur - fotografierte, filmte und portraitierte sie.
Kunsthistoriker M.A. Hans Georg Hiller von Gaertringen
24.11.08 / 19:30 Versöhnungskirche
Kultur- und Sozialhistoriker Gordon Uhlmann, Kooperation: Leierkasten, Tollhaus
Ab 1935 entstand auch in Deutschland eine swingorientierte Jugendbewegung. Die Swingkultur nutzten die Jugendlichen, um in der NS-Diktatur eigene Wertvorstellungen zu behaupten, selbst gewählte Lebensvorstellungen zu erproben und sich vom Regime abzusetzen. Ab 1940 begann die Verfolgung. Der Vortrag beleuchtet Motive, Ausdrucksformen und Verfolgungsgeschichte der Swingjugend, aber auch die Anknüpfungen nach 1945. Hörbeispiele von alten Swingplatten werden eingespielt.
Kultur- und Sozialhistoriker Gordon Uhlmann, Kooperation: Leierkasten, Tollhaus
23.11.08 / 15:00 Appellplatz
Evang. und Kath. Jugend München
Evang. und Kath. Jugend München
23.11.08 / 11:00 Versöhnungskirche
Schüler/innen der Rudolf-Steiner-Schule Schwabing, Pfarrer Dr. Björn Mensing
Im Juli 2008 verbrachten Schülerinnen und Schüler der Rudolf-Steiner-Schule Schwabing drei Tage in der KZ-Gedenkstätte Dachau. Die im Rahmen der künstlerischen Auseinandersetzung mit den Erlebnissen in der Gedenkstätte entstanden Bilder, Skulpturen und Texte werden in der Ausstellung gezeigt. Bei der Vernissage wird auch ein in Dachau komponiertes Musikstück aufgeführt.
Schüler/innen der Rudolf-Steiner-Schule Schwabing, Pfarrer Dr. Björn Mensing
21.11.08 / 20:30 Ludwig-Thoma-Haus Dachau
Leierkasten Dachau, Eintritt 12 € /8 € (Schüler, Studenten)
Sieben bekannte Augsburger Jazzmusiker erinnern an die von den Nationalsozialisten verbotene Musik und beweisen, dass der lebensfrohe Groove des Swing von der NS-Zensur nicht gleichgeschaltet werden konnte. Diese Musik reißt auch heute noch vom Hocker.
Leierkasten Dachau, Eintritt 12 € /8 € (Schüler, Studenten)
16.11.08 / 11:15 Markuskirche München, Gabelsbergerstr. 6
Landesbischof Dr. Johannes Friedrich
Landesbischof Dr. Johannes Friedrich
15.11.08 / 16:00 Karmel-Kloster Dachau
Ein Duo von der Musikhochschule Krakau (Viola/Klavier) spielt Werke von Rachel Knobler und polnischen Komponisten. Die Künstlerin selbst trägt eigene Texte vor.
Rachel Knobler, 1924 in Polen geboren, kam mit 16 Jahren ins Krakauer Ghetto und überlebte mehrere Konzentrationslager. Nach Kriegsende wurde ihre Mutter im Heimatort ermordet. Rachel Knobler wollte nach Palästina auswandern, der Weg führte über München. Dort ist sie geblieben und widmet sich heute der Malerei, der Musik und dem Theater.
Ein Duo von der Musikhochschule Krakau (Viola/Klavier) spielt Werke von Rachel Knobler und polnischen Komponisten. Die Künstlerin selbst trägt eigene Texte vor.
12.11.08 / 19:30 Versöhnungskirche
Am Preview beteiligen sich die Filmautorin und der Zeitzeuge Dr. Hans-Rolf Grüber, ein Sohn von Heinrich Grüber. Der Film (44 Minuten) wird am 19.11.2008 um 19 Uhr und am 20.11.2008 um 11.45 Uhr in der BR-Reihe "Stationen" gesendet.
Jutta Neupert dokumentiert in ihrem neuen Film die Arbeit des "Büros Grüber“, der Hilfsstelle der Bekennenden Kirche für "nichtarische" Christen in der NS-Zeit. Neben der Zentrale in Berlin unter Leitung der Pfarrer Heinrich Grüber und Werner Sylten, beide später selbst ins KZ Dachau verschleppt, werden die regionalen Hilfsstellen in München und Nürnberg vorgestellt.
Am Preview beteiligen sich die Filmautorin und der Zeitzeuge Dr. Hans-Rolf Grüber, ein Sohn von Heinrich Grüber. Der Film (44 Minuten) wird am 19.11.2008 um 19 Uhr und am 20.11.2008 um 11.45 Uhr in der BR-Reihe "Stationen" gesendet.
09.11.08 / 11:00 Versöhnungskirche
Pfarrer Walter Joelsen (82) - NS-Verfolgter, Sängerin Mascha Sidorowa-Spilker, Religionspädagoge Oliver Spilker
Nach der Pogromnacht verschleppten die Nazis mehr als 30.000 jüdische Männer in Konzentrationslager, etwa 11.000 davon nach Dachau. Viele wurden ermordet.
Pfarrer Walter Joelsen (82) - NS-Verfolgter, Sängerin Mascha Sidorowa-Spilker, Religionspädagoge Oliver Spilker
08.11.08 / 18:00 Rathaus Dachau
Stadt Dachau, Trägerkreis Pogromnacht-Gedenkfeier in Dachau
In ganz Deutschland wurden am 9. November 1938 Synagogen verwüstet, angezündet und Juden aus ihren Häusern verschleppt. Fünfzehn jüdische Bürger Dachaus wurden in dieser Nacht aus der Stadt vertrieben. Es war ein Abschied für immer. Nur wenige entkamen dem Holocaust.
Stadt Dachau, Trägerkreis Pogromnacht-Gedenkfeier in Dachau
29.10.08 / 19:30 Kino Cinema, Fraunhoferstraße 5, Dachau
Kooperation: Cinema (Kartenreservierungen unter Tel. 081 31/266 99)
"Der letzte Zug" (2006) zeigt, was zuvor kein Spielfilm zeigen wollte oder zu zeigen wagte: die Tage während der Deportation ins KZ Auschwitz. Was passierte, nachdem die Waggontüren verriegelt waren? Wie konnten die Menschen den Hunger, den Durst und die Angst ertragen? Viele überleben die Fahrt nicht. Manche klammern sich an die Hoffnung auf Flucht. - Produzent Artur Brauner hat selbst einen Großteil seiner Familie im Holocaust verloren. Regisseur Joseph Vilsmaier hat vor Drehbeginn mit Überlebenden gesprochen.
Kooperation: Cinema (Kartenreservierungen unter Tel. 081 31/266 99)
25.10.08 / 07:15 KZ-Gedenkstätte Flossenbürg
Kosten: 20 €, Anmeldung über Dachauer Forum, Telefon 081 31/99 68 80
Mitte 2007 wurde in der ehemaligen Lagerwäscherei die neue Dauerausstellung der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg eröffnet. Es hat mehr als 60 Jahre gedauert, bis aus diesem europäischen Verfolgungsort mit seinen 90 Außenlagern und über 100.000 Häftlingen eine würdige Stätte des Gedenkens und der Auseinandersetzung mit der Vergangenheit wurde. Die Dachauer Gruppe wird durch die Gedenkstätte und die Ausstellung geführt.
Kosten: 20 €, Anmeldung über Dachauer Forum, Telefon 081 31/99 68 80
23.10.08 / 19:30 Versöhnungskirche
M.A. Petra Schreiner, Dr. Bernhard Schoßig, Dr. Robert Sigel - Herausgeber
Seit 1952 erinnert die DGB-Jugend in Dachau um den 9. November an die Geschehnisse der Pogromnacht. Petra Schreiner hat in ihrer Studie mit dem Untertitel "Die Gedenkfeiern der bayerischen Gewerkschaftsjugend im ehemaligen Konzentrationslager Dachau 1952-2006“ die Veränderungen der Formensprache des Zeremoniells und der in den Reden entwickelten gesellschaftspolitischen Entwürfe von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft untersucht. Die jetzt in der Reihe "Dachauer Diskurse" veröffentlichte Arbeit erhielt an der LMU München den Magisterpreis 2007.
M.A. Petra Schreiner, Dr. Bernhard Schoßig, Dr. Robert Sigel - Herausgeber
16.10.08 / 19:30 Versöhnungskirche
Hans-Martin Buttler
Hans-Martin Buttler war acht Jahre alt, als sein Vater vor 70 Jahren, im Oktober 1938, wegen staatsfeindlicher Äußerungen verhaftet wurde. Während Pastor Hans Buttler in Gefängnissen und Konzentrationslagern eingesperrt war - ab Juni 1942 in Dachau - enthob ihn die Kirchenleitung seines Amtes. Oft nahm Hans-Martin in Alvesse bei Braunschweig Post aus Dachau entgegen. Verschlüsselt teilte der Häftling des Pfarrerblocks seiner Frau mit, was dort geschah. Nach der Rückkehr aus Dachau im April 1945 berichtete der Vater offen über seine Haftzeit. Hans-Martin Buttler liest aus den unveröffentlichten KZ-Briefen seines Vaters und berichtet von dessen ernüchternden Erfahrungen mit der Entnazifierung in der Kirche nach 1945.
Hans-Martin Buttler
12.10.08 / 11:00 Versöhnungskirche
Dr. Otfrid Pustejovsky - sudetendeutsche Ackermann-Gemeinde, Dr. Jan Stepan, Brüderkirche Prag, Pastoralreferent Ludwig Schmidinger, Pfarrer Dr. Björn Mensing
Im Oktober 1938 annektierte Hitler nach dem "Münchner Abkommen" die Grenzgebiete der Tschechoslowakei. Während ein Großteil der deutschsprachigen Bevölkerung dies begeistert feierte, begann für Kommunisten, Sozialdemokraten und Juden auch im "Sudetengau" der NS-Terror. Viele wurden im KZ Dachau misshandelt.
Dr. Otfrid Pustejovsky - sudetendeutsche Ackermann-Gemeinde, Dr. Jan Stepan, Brüderkirche Prag, Pastoralreferent Ludwig Schmidinger, Pfarrer Dr. Björn Mensing
28.09.08 / 18:00 Pfarrplatz Dachau (bei Regen: St. Jakob-Kirche)
Dachauer katholische, evangelische und orthodoxe Gemeinden, AK Asyl, Flüchtlinge, afrikanischer Chor
Dachauer katholische, evangelische und orthodoxe Gemeinden, AK Asyl, Flüchtlinge, afrikanischer Chor
28.09.08 / 11:00 Versöhnungskirche
Organist Dr. Heinz Hermann Niemöller, Pfarrer Dr. Björn Mensing
Organist Dr. Heinz Hermann Niemöller, Pfarrer Dr. Björn Mensing
26.09.08 / 17:00 Treffpunkt Bahnhof Dachau / Infotafel
Brigitte Fiedler - Dachauer Forum
Der Weg führt vom Bahnhof zum Eingang der KZ-Gedenkstätte. 12 Tafeln informieren über seine geschichtliche Bedeutung, über die Topografie des Lagergeländes und über die Berührungspunkte zwischen dem KZ und der Stadt. Die Führung schildert die Situation in Dachau während der NS-Zeit und erinnert an die Menschen, die diesen Weg ins KZ gehen mussten
Brigitte Fiedler - Dachauer Forum
21.09.08 / 11:00 Versöhnungskirche
Diakon Klaus Schultz
Diakon Klaus Schultz