Veranstaltungen der Versöhnungskirche

Veranstaltungen

Herbst- und Winterprogramm 2016/2017

Veranstaltungen der KZ-Gedenkstätte Dachau

Wadim / Dokumentarfilm mit Nachgespräch zur Asylpolitik

06.12.16 / 19:00   Gesprächsraum der Versöhnungskirche

Als Kind flüchtete Wadim mit seinen Eltern von Lettland nach Hamburg und wuchs dort auf. Er sprach deutsch, er hatte deutsche Freunde, er fühlte sich als Deutscher. Doch einen deutschen Pass hat er nie erhalten. Mit 18 Jahren wurde er von seiner Familie getrennt und allein nach Riga abgeschoben – in ein Land, an das er sich kaum erinnern konnte. Fünf Jahre später nahm er sich in Hamburg das Leben. Eindringlich beschreibt der Film den Kampf eines Menschen, um in unserem Land einen Platz zu finden. Im Nachgespräch berichtet der Dachauer Arbeitskreis Asyl von seiner Arbeit. Kooperation: amnesty international, Gruppe Dachau; Arbeitskreis Asyl Dachau

Wagnis Solidarität – Zeugnisse des Widerstehens angesichts der NS-Gewalt / Buchvorstellung

19.01.17 / 19:30   Gesprächsraum der Versöhnungskirche

In der NS-Zeit wurde mitmenschliche Solidarität mit brutaler Gewalt zerstört. Die Wirkungen reichen bis in die Gegenwart. Ein Fokus des Buches liegt auf Lebenszeugnissen ehemaliger Häftlinge des Konzentrationslagers Dachau, die im Sinne ihrer Überzeugungen widerstanden. Die Autoren befassen sich aber auch mit den Langzeitfolgen der Zerstörung von Solidarität und beleuchten den unterschiedlichen Prozess des „Vergessens“ von Widerstand und Solidarität in Ost und West nach 1945. Zudem berichten sie aus ihren eigenen Berufsfeldern – Schule und Psychotherapie – über Begegnungen mit KZ-Überlebenden und ihren Nachkommen, in denen sich die Aktualität eindrucksvoll zeigte. Ingeborg und Jürgen Müller-Hohagen, Autoren, Dachau

Das Wohnlager Dachau-Ost in den ehemaligen KZ-Baracken / Filmgespräch

25.01.17 / 19:30   Bürgertreff-Ost, Ernst-Reuter-Platz 1 a, Dachau

1959 sendete der Bayerische Rundfunk (BR) den Film „Während wir schlafen“, in dem über etwa elf Minuten Aufnahmen aus der Wohnlager Dachau-Ost für deutsche Flüchtlinge und Heimatvertriebene in den ehemaligen KZ-Baracken gezeigt wurden. 1963 brachte der BR einen etwa 20-minütigen Film. Die Filmaufnahmen sind eindrückliche Dokumente über den Umgang mit der Geschichte des Konzentrationslagers in Dachau und sie zeigen den mühsamen und schwierigen Weg von Geflüchteten, die vor über 50 Jahren versuchten, in Dachau eine neue Heimat zu finden. Das Filmgespräch moderiert Jutta Neupert, die als Filmemacherin und Historikerin in Dachau lebt und sich im Arbeitskreis Asyl für Menschen engagiert, die heute in Dachau nach Flucht und Vertreibung eine neue Heimat suchen. Kooperation: Bürgertreff-Ost e.V., Katholische Seelsorge an der KZ-Gedenkstätte

Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus / Zeitzeugengespräch

27.01.17 / 19:00   Ludwig-Thoma-Haus, Augsburger Straße 23, Dachau

Der Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz wird in Deutschland seit 1996 als „Tag des Gedenkens für die Opfer des Nationalsozialismus“ begangen. In Dachau ist dazu ein Zeitzeugengespräch geplant. Trägerkreis NS-Opfer-Gedenktag in Dachau

Nebel im August / Filmgespräch über die NS-Euthanasie

01.02.17 / 19:00   Kino Cinema Dachau, Fraunhoferstraße 5

Deutschland, Mai 1943: Ernst Lossa ist 13 Jahre alt. Seine Familie gehört zur Minderheit der Jenischen, die im NS-Staat als „nach Zigeunerart Umherziehende“ verfolgt wird. Ernst kommt, weil er von anderen Erziehungsanstalten wie dem Heim im Kloster Indersdorf (Landkreis Dachau) als „nicht erziehbar“ eingestuft wird, in die Außenstelle einer Nervenklinik. Dort erkennt der Leiter sofort, dass in Ernst ein aufgeweckter, rebellischer Junge steckt, der von seinem Vater, der zeitweise im KZ Dachau eingesperrt war, wohl nicht mehr aus der Anstalt abgeholt werden wird. Schon bald merkt Ernst, dass der Tod in der Klinik kein willkürliches Schicksal, sondern Teil eines gnadenlosen und radikalen Programms ist. Kai Wessels neues Drama (126 Minuten) setzt Ernst Lossa (1929-1944) und den Opfern der NS-Euthanasie ein würdiges Denkmal. Nach der Filmvorführung wird im Kino ein Gespräch angeboten, in dem es auch um Euthanasie-Opfer aus Dachau geht. Kartenreservierungen im Kino unter Tel. 08131/26699

Die Welt der Vorurteile / Lesung und Gespräch mit Ágnes Heller

16.02.17 / 19:30   Ausstellungsraum der Versöhnungskirche

Ágnes Heller, Jahrgang 1929, entging dem Holocaust in Budapest nur knapp. Sie beteiligte sich aktiv an der ungarischen Revolution von 1956. Nach langer politischer Unterdrückung emigrierte sie 1977 als Professorin für Soziologie nach Melbourne. 1986 wurde sie Nachfolgerin von Hannah Arendt auf deren Lehrstuhl für Philosophie in New York. Ágnes Heller lebt heute in New York und Budapest. In ihrem Buch "Die Welt der Vorurteile - Geschichte und Grundlagen für Menschliches und Unmenschliches" (2014) zeigt sie, unter welchen Umständen Vorurteile entstehen können. Sie fragt nach gesellschaftlichen und psychologischen Voraussetzungen und analysiert die grundlegenden Vorurteile der Moderne. In Lesung und Gespräch führt die Grande Dame der Philosophie vor Augen, was sie auch persönlich im 20. und 21. Jahrhundert erlebt hat und noch erlebt: einen ganzen Kosmos von Vorurteilen.