Veranstaltungen der Versöhnungskirche

Veranstaltungen

Herbst- und Winterprogramm 2010/2011

Menachem & Fred / Filmgespräch zum 75. Jahrestag der Nürnberger Rassegesetze

16.09.10 19:30   Kino Cinema, Fraunhoferstraße 5, Dachau

Nach der Vorführung des Films, der das Leben der Brüder dokumentiert (91 Minuten), moderiert Pfarrer Dr. Björn Mensing das Nachgespräch, Kooperation: Cinema (Kartenreservierungen unter Tel. 081 31 / 266 99)

Menachem und Fred hießen früher Heinz und Manfred Mayer. 1938 werden sie und ihre Eltern aus Hoffenheim vertrieben, zwei Jahre später nach Südfrankreich deportiert. Nur die Kinder überleben. Während Manfred sich in Fred umbenennt und Amerikaner wird, legt sich Heinz den Namen Menachem zu und beginnt ein Leben als orthodoxer Jude in Israel. Erst 60 Jahre später sind beide bereit, sich dem Trauma ihrer Jugend zu stellen. Sie treffen sich auf Einladung des Fußballmäzens Dietmar Hopp, dessen Vater die Mayers einst vertrieben hatte.

Weg des Erinnerns / Thematische Stadtführung

24.09.10 16:30 - 24.09.10 18:00   Treffpunkt Bahnhof Dachau / Infotafel

Brigitte Fiedler, Kooperation: Dachauer Forum

Der Weg führt vom Bahnhof zum Eingang der KZ-Gedenkstätte. 12 Tafeln informieren über die geschichtliche Bedeutung, die Topographie des Lagergeländes und die Berührungspunkte zwischen KZ und Stadt. Die Führung schildert die Situation in Dachau während der NS-Zeit und erinnert an die Menschen, die diesen Weg ins KZ gehen mussten.

Gewalt im Dienstalltag – SS-Aufseherinnen im KZ Majdanek und KZ Ravensbrück / Vortrag

27.09.10 19:30   Versöhnungskirche

Dr. Elissa Mailänder Koslov, Historikerin, Essen / Paris, Kooperation: Dachauer Forum

Zwischen Herbst 1942 und Frühjahr 1944 waren im KZ Majdanek 28 SS-Aufseherinnen beschäftigt.Ihre erste »KZ-Erfahrung« machten diese Frauen während ihrer Ausbildung im zentralen Frauen-KZ Ravensbrück. Die Referentin stellt wesentliche Ergebnisse ihrer Doktorarbeit vor, in der sie anhand von NS-Dokumenten, Zeugenaussagen, Interviews und Erinnerungsliteratur untersucht, was diese Frauen bewogen hat, in einem KZ zu arbeiten, wie sie sich im »Universum der Gewalt« Majdaneks zurechtgefunden und wie sie es mitgestaltet haben.

Rechtsextremismus und Antisemitismus in Bayern / Vortrag

04.10.10 19:30   Versöhnungskirche

Dr. Andreas Angerstorfer, Theologe und Judaist, Regensburg

Der Rechtsextremismus benutzt antisemitische Verschwörungstheorien als »Erklärungsversuch« für aktuelle Probleme und Krisen. In den letzten Jahren nehmen antisemitische Straftaten weltweit stark zu. Auch in Deutschland hat der Antisemitismus den Alltag und die Alltagssprache (wieder) erreicht, wie die Ausstellung »Rechtsradikalismus in Bayern« zeigt, die derzeit in der Versöhnungskirche zu sehen ist.

Ein Jude und ein Protestant gedenken der Tragödie / Gespräch

06.10.10 19:30   Friedenskirche Dachau, Herzog-Albrecht-Straße 19

Das Gespräch moderiert Pfarrer Thomas Körner, Kooperation: Friedenskirche, Eintritt: 2 Euro

Der jüdische Religionsphilosoph Dr. Yuval Lapide und der Dachauer Psychologe und Psychotherapeut Dr. Jürgen Müller-Hohagen sprechen über ihren Umgang mit Shoah und NS-Vergangenheit. Lapide ist der 1961 in Jerusalem geborene Sohn der Shoah-Überlebenden Pinchas und Ruth Lapide. Müller-Hohagen wurde 1946 in Westfalen geboren und hat sich intensiv mit den seelischen Auswirkungen der NS-Zeit beschäftigt.

Frauen im KZ Dachau / Vortrag

12.10.10 19:30   Versöhnungskirche

Kooperation: Dachauer Forum – Hinweis: Zeitzeugengespräch mit der Dachau-Überlebenden Livia Bitton-Jackson (79), 7.10.2010, 19 Uhr, KZ-Gedenkstätte Dachau, Besucherzentrum

Eva Gruberová hat sich bei den Vorarbeiten für die vielbeachtete Fernsehdokumentation »Geboren im KZ« und für die in der KZ-Gedenkstätte Dachau gezeigte Ausstellung »Sie gaben uns wieder Hoffnung« intensiv mit den Schicksalen der sieben weiblichen Häftlinge des Konzentrationslagers Dachau beschäftigt, die im Winter 1944/45 im Außenlager Kaufering ihre Kinder entbinden und retten konnten. Im Vortrag wird sie dieses »Wunder von Kaufering« in die bisher wenig beachtete Geschichte der Frauen im KZ Dachau einordnen.

»Ich wollte mich nicht erinnern« / Zeitzeugengespräch

26.10.10 19:30   Versöhnungskirche

Shlomo Wolkowicz, Haifa/Israel, Kooperation: Katholische Seelsorge

Galizien, die Heimat von Shlomo Wolkowicz, wird im Sommer 1941 von der deutschen Wehrmacht erobert. In ihrem Gefolge ziehen »Einsatzgruppen« der SS durch Dörfer und Städte. Der 17-Jährige erlebt die gnadenlose Jagd auf die jüdische Bevölkerung. Nur Wenige überlebten. Jahrzehntelang hat er über seine Erlebnisse nicht reden können. Die Mordaktionen, denen er entkam, bleiben unsagbar. Dennoch will er nun Chronist der aussichtslosen Situationen und der Hoffnungsmomente sein.

Gedenkstättenfahrt zum ehemaligen Frauenkonzentrationslager Ravensbrück

29.10.10 - 01.11.10   

Im Frühjahr 1939 entstand das größte Frauenkonzentrationslager auf deutschem Gebiet. Im Juni 1942 kam in unmittelbarer Nachbarschaft das sogenannte »Jugendschutzlager Uckermark« für Mädchen und junge Frauen hinzu. Das KZ wurde bis 1945 ständig erweitert. In den sechs Jahren sind etwa 132.000 Frauen und 1.000 weibliche Jugendliche als Häftlinge registriert worden. Sie stammten aus über 40 Nationen. Zehntausende wurden ermordet, starben an Hunger, Krankheiten oder durch medizinische Experimente. Auf dem Rückweg wird das neu eröffnete Dokumentationszentrum „Topographie des Terrors“ in Berlin besucht. Das vollständige Programm finden Sie im Menüpunkt Aktuell. Info und Anmeldung über Dachauer Forum, Telefon 08131/996880 oder info@dachauer-forum.de, Kosten: 235 Euro

Gedenkstättenfahrt zum ehemaligen Frauenkonzentrationslager Ravensbrück

29.10.10 05:30 - 01.11.10 22:00   Ravensbrück

Derzeit gibt es eine Warteliste. Info und Anmeldung über Dachauer Forum, Telefon 08131/996880 oder info@dachauer-forum.de

Mit Besuch des neuen Dokumentationszentrums »Topographie des Terrors« in Berlin.

Gedenken zur Pogromnacht mit Zeitzeugengespräch

08.11.10 18:00   Rathaus Dachau, Konrad-Adenauer-Straße 2-6

Trägerkreis Pogromnachtgedenken in Dachau

In ganz Deutschland wurden am 9. November 1938 Synagogen verwüstet, angezündet und Juden aus ihren Häusern verschleppt. Fünfzehn jüdische Bürgerinnen und Bürger Dachaus wurden aus der Stadt vertrieben. Nur wenige entkamen dem Holocaust. – In den Tagen nach der Pogromnacht verschleppten die Nazis etwa 11.000 jüdische Männer ins KZ Dachau. Unter ihnen war der 18-jährige Erwin Schild. Im Zeitzeugengespräch wird er die Verfolgung seiner Familie in der NS-Zeit schildern, aber auch seine Flucht nach England 1939 und seinen Weg nach Kanada, wo er später Rabbiner wurde und heute lebt.

Lesung und Konzert mit Rachel Knobler

14.11.10 16:00   Kloster Karmel 'Heilig Blut' Dachau

Ein Duo von der Musikhochschule Krakau (Viola/Klavier) spielt Werke von Rachel Knobler und anderen Komponisten. Die Künstlerin trägt eigene Texte vor. Kooperation: Karmel, Katholische Seelsorge

Rachel Knobler, 1924 in Polen geboren, kam mit 16 Jahren ins Krakauer Ghetto und überlebte mehrere Konzentrationslager. Nach Kriegsende wurde ihre Mutter im Heimatort ermordet. Rachel Knobler wollte nach Palästina auswandern, der Weg führte über München. Dort ist sie geblieben und widmet sich heute der Malerei, der Musik und dem Theater.

Jüdische Kindheit in München / Zeitzeugengespräch

21.11.10 13:30   Versöhnungskirche

Um telefonische Anmeldung unter 081 31 / 35 15 14 wird gebeten.

Im Rahmen des Friedensgebets (Beginn 15 Uhr) besteht die Möglichkeit, mit Ernst Grube (77), Überlebender des KZ Theresienstadt und stellvertretender Präsident der Lagergemeinschaft Dachau, ins Gespräch zu kommen und etwas von seiner Lebensgeschichte zu erfahren.

Jesuiten in Hitlers Wehrmacht / Buchvorstellung

20.01.11 19:30   Versöhnungskirche

Dr. Antonia Leugers, Kirchenhistorikerin, München, Kooperation: Katholische Seelsorge

Bekannt sind Jesuiten wie Alfred Delp oder Rupert Mayer als Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime. Die Jesuiten waren auch die größte Gruppe unter den Ordensgeistlichen im KZ Dachau. Es gab aber auch fast 700 Jesuiten, die in der Wehrmacht als Soldaten dienten. Antonia Leugers zeigt in ihrer neuen Studie, wie die anfängliche Kriegseuphorie einer Ernüchterung über die Grauen und Verbrechen der Kriegsführung wich.

Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus / Zeitzeugengespräch

27.01.11 19:00   Ludwig-Thoma-Haus, Augsburger Straße 23, Dachau

Trägerkreis Holocaust-Gedenktag in Dachau

Der Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz wird in Deutschland seit 1996 als »Tag des Gedenkens für die Opfer des Nationalsozialismus« begangen. In Dachau ist dazu ein Zeitzeugengespräch mit Ernst Seinfeld geplant. Seinfeld, geboren 1924 in Wien, wurde über das KZ Auschwitz-Birkenau im Oktober 1944 in das KZ Dachau, Außenlager Kaufering, verschleppt. Er lebt heute in den USA.

»Nie wieder« / Erinnerungstag im deutschen Fußball

28.01.11 - 30.01.11   Stadien der beiden Bundesligen

Nähere Informationen unter www.versoehnungskirche-dachau.de/themen/pages/ProjekteFussball.htm

Die »Initiative Erinnerungstag im deutschen Fußball« wurde 2004 von der Versöhnungskirche initiiert. In enger Kooperation mit den Faninitiativen und der DFL sind auch für 2011 anlässlich des Gedenktags für die Opfer des Nationalsozialismus rund um den 20. Spieltag Aktionen in den Stadien der beiden Bundesligen geplant.

Joseph Roth – Grenzgänger zwischen Judentum und Katholizismus / Lesung

17.02.11 19:30   Kloster Karmel 'Heilig Blut' Dachau

Wolf Euba, Schauspieler, Dr. Sybille Krafft, Historikerin, Maria Reiter, Akkordeon, Kooperation: Karmel, Katholische Seelsorge

Der Schriftsteller Joseph Roth, geboren 1894 im österreichischen Brody (heute Ukraine) und gestorben 1939 im Pariser Exil, war zeitweise Sozialist. Widerstand gegen den Nationalsozialismus traute er später nur der Monarchie und der katholischen Kirche zu. Roth hat die Sehnsucht nach der ostjüdischen Kultur des »Schtetl« ins Katholische transformiert (»Die Legende vom heiligen Trinker«). Im Roman »Hiob« greift er jüdische Themen auf. Der Abend erinnert mit Lesungen, Film- und Fotopräsentationen sowie Kurzreferaten an sein Werk und das jüdische Leben in Galizien. Umrahmt wird die Veranstaltung von ukrainischer Musik.