Veranstaltungen der Versöhnungskirche

Veranstaltungen

Frühjahrs- und Sommerprogramm 2017

Veranstaltungen der KZ-Gedenkstätte Dachau

Ernst Grube – Zeitzeuge. Von einem, der nicht aufgibt / Filmpräsentation

15.03.17 / 19:00   Kinosaal der KZ-Gedenkstätte Dachau

Ernst Grube erlebte seine Kindheit als einer, der ausgegrenzt wurde, in Lagern mitten in München leben und den gelben Stern tragen musste. Zusammen mit seiner jüdischen Mutter und seinen beiden Geschwistern wurde er 1945 nach Theresienstadt deportiert. Bis heute ist der 84-Jährige unermüdlich als Zeitzeuge an Gedenkstätten, in Schulen, bei Vereinen und in Bildungseinrichtungen aktiv. Er nimmt das Vermächtnis der NS-Opfer ernst: Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg! – lautet seine Botschaft. Seit Jahrzehnten wirkt Ernst Grube auch im Umfeld der KZ-Gedenkstätte Dachau mit: Im Präsidium der Lagergemeinschaft, im Kuratorium der Evangelischen Versöhnungskirche, im Vorstand des Fördervereins für Internationale Jugendbegegnung und Gedenkstättenarbeit, bei der Internationalen Jugendbegegnung, im Max-Mannheimer-Haus, am Runden Tisch für Zeitgeschichte und am Runden Tisch gegen Rassismus. Der 60-minütige Dokumentarfilm von Christel Priemer und Ingeborg Weber zeigt ein berührendes Portrait über den Münchner Juden und Kommunisten Ernst Grube und ein Zeichen für Toleranz und Abkehr von Gewalt und Krieg. Nach der Filmvorführung gibt es ein Gespräch mit Ernst Grube und Ingeborg Weber. Parkmöglichkeit an der Verwaltung der KZ-Gedenkstätte, Alte Römerstr. 75 (vor dem zweiten ehemaligen Wachturm links), Trägerkreis Dachauer Ernst Grube-Filmpräsentation

Namen statt Nummern / Vorstellung neuer Biographien für das Dachauer Gedächtnisbuch

22.03.17 / 19:30   Klosterkirche Karmel Heilig Blut Dachau

Am 84. Jahrestag der Errichtung des Konzentrationslagers Dachau werden neue Biographien vorgestellt und in das „Gedächtnisbuch für die Häftlinge des KZ Dachau“ aufgenommen. Schülerinnen des Camerloher-Gymnasiums Freising porträtieren Ferdinand Zwack, Schreiner und SPD-Politiker aus Freising, sowie Anton Held und Korbinian Geisenhofer, Handwerker aus Hohenkammer, den Pallotiner-Pater Albert Eise und den Filmemacher Karl Fruchtmann. Jugendliche und erwachsene ehrenamtliche Forscher präsentieren weitere Lebensbilder. Trägerkreis „Gedächtnisbuch für die Häftlinge des KZ Dachau“: www.gedaechtnisbuch.org

Deutsch-Niederländischer Gedenkgottesdienst für Meindert Hinlopen

02.04.17 / 11:00   Versöhnungskirche in der KZ- Gedenkstätte Dachau

Der evangelisch-reformierte Pastor Meindert Hinlopen (1907-1999) wurde verhaftet, weil er in der Kirchenzeitung mehrfach Maßnahmen der deutschen Besatzer seiner niederländischen Heimat angeprangert hatte. Im Februar 1942 begann sein Leidensweg: Haftanstalt an der Weteringschans, Lager Amersfoort, Haftanstalt Scheveningen, KZ Sachsenhausen, Dachau, wo er am 29. Mai 1942 eintraf. Am 10. November 1943 wurde er entlassen. Kurz nach seiner Heimkehr nahm er seine Arbeit als Pastor wieder auf. Er blieb im Amt bis zum Ruhestand 1972, war danach weiter engagiert bei der pazifistischen Organisation ‚Kirche und Frieden‘. Zusammen mit seiner Frau Hanneke hatte er fünf Kinder: Diederik, Clara, Marguerite, Josine und Laetitia. Drei Töchter kommen zum Gedenkgottesdienst für ihren Vater. Niederländische Schüler stellen seine Biographie vor, die sie für das Dachauer Gedächtnisbuch recherchiert haben.

Härte macht nicht hart – Max Mannheimer erzählt aus seinem Leben / Filmgespräch

04.04.17 / 19:30   Versöhnungskirche in der KZ- Gedenkstätte Dachau

Max Mannheimer (1920-2016) hat vier Konzentrationslager überlebt. Sein Lebensweg war immer von Ausschwitz überschattet. Für die Dreharbeiten stellte sich Max Mannheimer 1997 den Orten schmerzlicher Erinnerung. Er reiste in seine tschechische Geburtsstadt Nový Ji?ín und nach Auschwitz. So entstand ein einfühlsames Porträt über einen Menschen, der nach Jahren der Todesangst und ständiger Erniedrigungen zu einem menschenwürdigen und bewundernswert engagierten Leben findet, das zum Ziel hat, Ideologien, die Auschwitz möglich gemacht hatten, für alle Zeiten zu verhindern. Nach der Vorführung des Films (45 Minuten) gibt es ein Nachgespräch mit der Filmautorin Jutta Neupert. Dabei geht es auch um die Frage, wie das Vermächtnis von Max Mannheimer Impulse für die Zukunft geben kann. Kooperation: Runder Tisch gegen Rassismus Dachau, Katholische Seesorge

50. Jahrestag der Einweihung der Versöhnungskirche / Gottesdienst und Empfang

29.04.17 / 16:00   Versöhnungskirche in der KZ- Gedenkstätte Dachau

Am 30. April 1967 wurde zum 22. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Dachau die Evangelische Versöhnungskirche in der KZ-Gedenkstätte eingeweiht. Beteiligt waren Vertreter der evangelischen Kirchen aus Frankreich, Polen, der Tschechoslowakei und den Niederlanden, die gemeinsam mit der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in Abstimmung mit dem Comité International de Dachau die Versöhnungskirche errichtet hatten. Der Initiator der Kirche, Dirk de Loos, und sieben weitere Mitwirkende waren Dachau-Überlebende. In seiner Predigt übte Martin Niemöller scharfe Kritik am Vietnam-Krieg. 50 Jahre später predigt in der Versöhnungskirche Synodalsenior (Bischof) Daniel Ženatý von der Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder in Prag. Der Shoah-Überlebende Ernst Grube spricht als Vorsitzender der Lagergemeinschaft Dachau ein Grußwort. Die EKD wird durch den früheren Ratsvorsitzenden Nikolaus Schneider vertreten. Agathe C. Halmen aus Rumänien berichtet über aktuelle internationale Jugendprojekte in der Erinnerungsarbeit. Das Vokal Ensemble München ist an der musikalischen Gestaltung beteiligt.

Gedenken an die Opfer des Todesmarsches

29.04.17 / 19:00   Theodor-Heuss-Straße / Ecke Sudetenlandstraße, Dachau

Zu Tausenden wurden noch in den letzten Tagen vor der Befreiung des Konzentrationslagers Dachau Häftlinge auf den Todesmarsch geschickt. Bei der Gedenkfeier am Mahnmal sprechen Abba Naor (Überlebender des Todesmarsches), Matthias Jena (Vorsitzender des DGB Bayern) und der Dachauer Oberbürgermeister Florian Hartmann. Musikalisch begleitet Familie Huber-Ewald die Veranstaltung. Trägerkreis Todesmarschmahnmal Dachau

Gedenken zum 72. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Dachau

30.04.17 / 09:30   Karmel Heilig Blut Dachau, Alte Römerstr. 91

9.30 Uhr Ökumenischer Gottesdienst im Karmel Heilig Blut Dachau 10.45 Uhr Befreiungsfeier, Beginn beim ehemaligen Krematorium 13.00 Uhr Gedenkstunde am „Schießplatz Hebertshausen“ anschließend „Tag der Begegnung“ im Max-Mannheimer-Haus Dachau, Roßwachtstraße 15.

„Stolpersteine“ für Dachauer NS-Verfolgte / Gedenkveranstaltung

04.05.17 / 18:30   Rathausfoyer Dachau, Konrad-Adenauer-Str. 2–6

2005 verlegte der Bildhauer Gunter Demnig in Dachau sechs „Stolpersteine“ zur Erinnerung an Dachauer, die im Holocaust ermordet wurden. 2014 kamen vier weitere Stolpersteine für Menschen mit anderem Verfolgungshintergrund hinzu. Am 4. Mai werden die nächsten Stolpersteine verlegt, der erste um 14 Uhr für Alwine Dölfel vor ihrem Elternhaus, Augustenfelder Straße 20. Das Mädchen gehört wie Therese Wildmoser (Benediktenwandstraße 3) und Maria Linner (Gottesackerstraße 5) zu den Opfern der NS-Euthanasie. Weitere Stolpersteine erinnern an Johann Eisenmann (Münchner Straße 24b), der zum kommunistischen Widerstand in Dachau gehörte, und an den Arzt Samuel Gilde (St.-Peter-Straße 2), der wegen seiner jüdischen Herkunft verfolgt wurde. In der Abendveranstaltung werden die Biographien der fünf NS-Opfer von Prof. Dr. Gerrit Hohendorf, Dr. Björn Mensing und Christoph Triebfürst vorgestellt und von Oberbürgermeister Florian Hartmann gewürdigt. Es singt der inklusive Schönbrunner Chor. Kooperation: Stadt Dachau und Dachauer Forum

„Gestörte Totenruhe“ / Vortrag zum KZ-Außenlager Allach

09.05.17 / 19:30   Versöhnungskirche in der KZ- Gedenkstätte Dachau

Der Stadteilhistoriker, Autor und Münchner Kommunalpolitiker Klaus Mai ist ein Kenner der Geschichte der von den Nationalsozialisten im Bereich Allach/Ludwigsfeld errichteten Außenlager des Konzentrationslagers Dachau. Seit vielen Jahren setzt er sich dafür ein, die Schicksale der dort ausgebeuteten und umgebrachten Menschen, die Umstände ihres Lebens in den Lagern und die Rolle der verantwortlichen NS-Stellen und Unternehmen zu rekonstruieren und bekannt zu machen. Klaus Mai wird aktuelle Erkenntnisse zur Geschichte und Nachgeschichte dieses Verfolgungs- und Gedenkortes vorstellen. Kooperation: Dachauer Forum, Lagergemeinschaft Dachau, Katholische Seelsorge

München liest – aus verbrannten Büchern

10.05.17 / 10:00 - 18:00   Königsplatz (vor der Antikensammlung), München

Am 84. Jahrestag brennt der Künstler Wolfram P. Kastner am Ort der Bücherverbrennung der Nationalsozialisten eine Brandspur in den Rasen (10 Uhr) – damit kein Gras wächst über die Erinnerung daran, was im Brand der Synagogen, Städte und Menschen endete. Anschließend werden Texte von Autoren gelesen, deren Werke 1933 verbrannt wurden. Institut für Kunst und Forschung, München

Damit wir nicht wieder in die Irre gehen / Szenische Lesung zur den Kontroversen um die Versöhnungskirche 1967

12.05.17 / 19:00   Versöhnungskirche in der KZ- Gedenkstätte Dachau

Martin Niemöller, Mitbegründer der „Bekennenden Kirche“, der in der NS-Zeit zum politischen Widerspruch gegen NS-Unrecht fand und deshalb seit 1937 inhaftiert war, von 1941 bis 1945 im KZ Dachau, predigte am 30. April 1967 im Gottesdienst zur Einweihung der Versöhnungskirche. Nicht nur für konservative Christen war seine Gleichsetzung der NS-Verbrechen in den Konzentrationslagern mit der US-amerikanischen Kriegsführung in Vietnam provokativ. In den ersten Wochen nach der Einweihung der Versöhnungskirche zeigte sich, dass auch die kirchlichen Mitarbeiter in Dachau sehr unterschiedliche Vorstellungen von angemessener Gedenkstättenarbeit hatten. Der frühere CVJM-Sekretär Oskar Zeiss forderte: „Es sollte alles getan werden, dass die schrecklichen Photos aus dem Museum [der KZ-Gedenkstätte] entfernt werden […]. Kein Volk der Welt stellt seine dunkelste Geschichte für andere aus“. Ganz anders sahen dies Christian Reger, selbst Dachau-Überlebender und ersten Pfarrer an der Versöhnungskirche, und Herbert Römpp, junger Diakon der Kirche. In der Abendveranstaltung werden in einer szenischen Lesung aus dem Archiv der Versöhnungskirche die Kontroversen von 1967 lebendig.

Damit wir nicht wieder in die Irre gehen / Studientag zu den umstrittenen Lehren aus der NS-Vergangenheit

13.05.17 / 09:00 - 16:00   Versöhnungskirche (Beginn: Besucherzentrum der KZ-Gedenkstätte Dachau)

Beim Studientag geht es nach einem Stationenweg auf Martin Niemöllers Spuren um seine selbstkritischen Reflexionen zur Schuldfrage. Für andere war und ist Dachau ein Ort des Märtyrergedenkens. Die katholische Kirche hat bisher 56 Dachau-Häftlinge zu Seligen erklärt und von vielen Protestanten wird Dietrich Bonhoeffer in Flossenbürg wie ein Heiliger verehrt. Wir fragen aus katholischer und aus evangelischer Perspektive nach den Chancen und Risiken des Gedenkens an die Glaubenszeugen im KZ. 2015 gab es in Dachau eine Kontroverse, als „Christen an der Seite Israels“ zu einem „Marsch des Lebens“ auf den Wegen der Todesmärsche der KZ-Häftlinge aufriefen. Dabei sollte es neben dem Gedenken an die Opfer um Versöhnung zwischen Tätern und Opfern sowie um Solidarität mit dem Staat Israel gehen. Eine angemessene Lehre aus der NS-Vergangenheit oder eine Instrumentalisierung der KZ-Opfer, um jede Kritik an israelischem Regierungshandeln unter Antisemitismusverdacht zu stellen? Der Shoah-Überlebende Ernst Grube nimmt dazu Stellung. Abschließend stellen drei Vereinigungen ihre aktuelle Arbeit vor: die Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen e.V., der Dachauer Arbeitskreis Asyl und der Runde Tisch gegen Rassismus Dachau e.V. Mitwirkende (in der Reihenfolge ihrer Beiträge): Michael Karg (Propst i. R., Vorsitzender der Martin-Niemöller-Stiftung), Dr. Björn Mensing (Beauftragter für Gedenkstättenarbeit der Evang.-Luth. Kirche in Bayern), Ludwig Schmidinger (Bischöflicher Beauftragter für KZ-Gedenkstättenarbeit in der Erzdiözese München und Freising), Dr. des. Rebecca Scherf (Kirchenhistorikerin, Evang.-Theol. Fakultät, LMU München), Ernst Grube (Shoah-Überlebender, Lagergemeinschaft Dachau, Jüdisch-Palästinensische Dialoggruppe München), Dr. Axel Töller ( Beauftragter für christlich-jüdischen Dialog in der Evang.-Luth. Kirche in Bayern), Dr. Matthias Pöhlmann, (Beauftragter für Sekten- und Weltanschauungsfragen in der Evang.-Luth. Kirche in Bayern), Jutta Neupert (Runder Tisch gegen Rassismus Dachau e.V.), Gerd Bauz (DFG-VK Frankfurt), Peter Johannsen-Klug (Arbeitskreis Asyl Dachau). Das ausführliche Programm gibt es in der Versöhnungskirche. Kooperation: Martin-Niemöller-Stiftung, Katholische Seelsorge an der KZ-Gedenkstätte Dachau

„Die Andeutung einer Zuflucht“ – 50 Jahre Versöhnungskirche / Zeitzeugen im Gespräch

01.06.17 / 19:30   Versöhnungskirche in der KZ- Gedenkstätte Dachau

In einer Broschüre schrieb Christian Reger, selbst Dachau-Überlebender und erster Pfarrer an der Versöhnungskirche: „Nachdem der Besucher durch die niederdrückende Öde des ehemaligen Konzentrationslagers gekommen ist, erfährt er ... die Andeutung einer Zuflucht, wenn er schließlich die Stufen erreicht, die zur Kirche hinunterführen.“ Zum 50. Jahrestag der Einweihung der Versöhnungskirche berichten an diesem Abend Menschen, die diesem Ort verbunden sind, über ihre Erfahrungen:Herbert Römpp (angefragt), Eberhard Schulz, Dr. Norbert Reck, Waldemar Pisarski, Peter Klentzan und Bettina Korb. Im Mittelpunkt stehen dabei die ersten 30 Jahre der Versöhnungskirche, eine Zeit, in der es in Kirche und Gesellschaft noch starke Widerstände gegen eine kritische Erinnerungsarbeit gab.

Luther, die Juden und die Nazis innerhalb und außerhalb der Kirche / Vortrag zum Reformationsjubiläum

21.06.17 / 20:00   Gemeindesaal Apostelkirche, Konrad-Witz-Straße 17, München-Solln

In seiner Spätschrift „Wider die Juden und ihre Lügen“ hetzte Martin Luther gegen Menschen jüdischen Glaubens. Der Antisemitismus der NS-Zeit, vor allem das Hetzblatt „Der Stürmer“, aber auch die „Deutschen Christen“ innerhalb der evangelischen Kirche bezogen sich direkt auf ihn. Schon der 450. Geburtstag Luthers im November 1933 wurde propagandistisch instrumentalisiert. Im Münchner Prinzregententheater fand eine Gedenkfeier statt, bei der man Luther als „nationale Persönlichkeit“ eruptiv seine hassenden und jubelnden Erkenntnisse und Bekenntnisse dem Publikum ins Gesicht schleudern ließ. Vier Jahre später trug das Staatsschauspiel zur Eröffnung der Hetz-Ausstellung „Der ewige Jude“ Luthers Schrift „Wider die Juden und ihre Lügen“ szenisch gestaltet vor. Kirchenrat Dr. Björn Mensing, Pfarrer und Historiker, Landeskirchlicher Beauftragter für evangelische Gedenkstättenarbeit. Kooperation: Evang.-Luth. Kirchengemeinde Solln

Ich lebe doch noch! – Die wahre Geschichte von Hanna Mandel und ihr Leben nach Auschwitz / Theateraufführung

13.07.17 / 19:30   Versöhnungskirche in der KZ- Gedenkstätte Dachau

Hanna Mandel, 1927 in Rumänien geboren und in Ungarn aufgewachsen, verliert ihre gesamte Familie in Auschwitz. Sie selbst überlebt mehrere Konzentrationslager. Aber nach der Befreiung hört das Grauen nicht auf. Hanna steht im Theaterstück einer unbekannten Frau gegenüber und erzählt mit unverblümter Ehrlichkeit von ihren Gefühlen: Als sie im KZ Salzwedel von den Amerikanern befreit wird, will Hanna ein deutsches Kind töten als Rache für ihre kleine Schwester. In dieser Schilderung stecken die widerstrebenden Gefühle von Hanna. Wut, Trauer, Vergeltung, Unglaube und Gerechtigkeitssinn überlagern sich, wechseln sich ab. Nach und nach beginnt Hanna ihr Leben zu ändern. Sie hinterfragt die Religiosität ihres Mannes, die Rolle der Frau in der Gesellschaft und führt schließlich ein selbstbestimmtes Leben. Und als sie im Fernsehen eine Gedenkfeier für die Holocaust-Opfer sieht, sagt Hanna: „Aber ich lebe doch noch!“ Denn als Überlebende mit all ihren Traumata fühlt sie sich vergessen. Das Theaterstück von Heiko Ostendorf basiert auf dem Buch „Beim Gehen entsteht der Weg“ (2008) des Theologen Dr. Norbert Reck, der bei der Aufführung anwesend sein wird. Ein Gastspiel vom theater odos, Münster, in memoriam Hanna Mandel, die vor 90 Jahren geboren wurde und 2003 in München starb. Kooperation: Katholische Seelsorge an der KZ-Gedenkstätte Dachau

„erinnern – begegnen – verstehen – Zukunft gestalten“ / 35. Internationale Jugendbegegnung in Dachau

29.07.17  -  11.08.17   

Junge Menschen aus mehreren Nationen treffen sich für 14 Tage in Dachau. Sie beschäftigen sich mit Ursachen und Auswirkungen der NS-Diktatur und fragen nach Bezügen zur Gegenwart. Eingeladen sind alle Interessierten ins Max-Mannheimer-Haus Dachau, Roßwachtstraße 15, am Samstag, 5.8. um 18.30 Uhr zum Fest der Begegnung, am Sonntag, 6.8. um 13.30 Uhr zum „Gebet der Begegnung“ und um 15 Uhr zum Zeitzeugencafé. www.jugendbegegnung-dachau.de

„Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist“ / Fahrradrundfahrt zu den Dachauer „Stolpersteinen“

24.09.17 / 15:00   Treffpunkt: Parkplatz Bahnhofsplatz Dachau

Der Kölner Künstler Gunter Demnig verlegt für Opfer des Nationalsozialismus Stolpersteine. Seit 2005 sind in Dachau 15 dieser Gedenksteine vor den letzten selbst gewählten Wohnorten von NS-Opfern gesetzt worden. Bei einer Fahrradtour werden diese Orte aufgesucht und die Lebensgeschichten dieser Dachauerinnen und Dachauer erzählt. Referentin: Brigitte Fiedler, Anmeldung erforderlich bis 19.9.17, Telefon 081 31/996 88-0 oder info@dachauer-forum.de, Kooperation: Dachauer Forum, Katholische Seelsorge

NS-Dokuzentrum Köln und NS-Dokumentation in Vogelsang / Gedenkstättenfahrt

27.10.17  -  29.10.17   

Im ehemaligen Haus der Gestapo, mit Gefängniszellen für Zwangsarbeiter und Widerstandskämpfer, wurde 1988 ein NS-Dokumentations- und Forschungszentrum errichtet, in dem auch die Dauerausstellung „Köln im Nationalsozialismus“ untergebracht ist. 2016 wurde die NS-Dokumentation in Vogelsang (Eifel) eröffnet. In der Ordensburg Vogelsang, 1934 bis 1941 für „Führernachwuchs“ errichtet, sollten Jugendliche nach dem Idealbild eines „neuen deutschen Menschen“ geformt werden, zu Tätern einer verbrecherischen Politik der Menschenversuche, der Tötung Behinderter und des Völkermords. Heute versteht sich der „Internationale Platz Vogelsang“ als Forum für Erinnerungskultur sowie für Gegenwarts- und Zukunftsfragen. Ausschreibung unter Tel. 081 31/996 88-0 oder info@dachauer-forum.de oder unter www.versoehnungskirche-dachau.de/kirche/pages/Aktuell.php