Veranstaltungen der Versöhnungskirche

Veranstaltungen

Herbst- und Winterprogramm 2016/2017

Veranstaltungen der KZ-Gedenkstätte Dachau

NSU, Neonazinetzwerke und rechtsterroristische Konzepte / Vortrag

05.10.16 / 19:00   Freiraum Dachau, Brunngartenstraße 7

In Recherchen, Untersuchungsausschüssen und im Münchner NSU-Prozess wird seit fast fünf Jahren nach Antworten gesucht: Was ist der NSU gewesen, wer muss ihm zugerechnet werden und wer hat ihn unterstützt? Im Vortrag geht es um die Netzwerke des Neonazismus in Deutschland, in denen sich der NSU bewegte. Eine Reihe von terroristischen Anleitungen und militanten Organisierungskonzepten wurden durch internationale Netzwerke wie „Blood & Honour“ seit den 1990er Jahren in Deutschland verbreitet. Waren diese Texte Blaupausen für das Handeln des NSU? Robert Andreasch, Journalist, Antifaschistische Informations-, Dokumentations- und Archivstelle München. Veranstalter: Runder Tisch gegen Rassismus Dachau e.V.

Korbinian Aigner – ein Dorfpfarrer zwischen Obstbau und Hochverrat / Filmgespräch

06.10.16 / 19:30   Gesprächsraum der Versöhnungskirche

Korbinian Aigner (1885-1966) wird im Landkreis Erding geboren und 1911 zum Priester geweiht. Er arbeitet als Pfarrer in Haimhausen und Sittenbach, wird 1939 nach indirekt NS-kritischen Äußerungen zum Attentat Georg Elsers auf Hitler verhaftet und bleibt bis 1945 in KZ-Haft. Seine große Leidenschaft gilt dem Obstbau. Er kann sogar im KZ Dachau zwischen den Baracken neue Apfelsorten züchten. Zum 50. Todestag von Korbinian Aigner zeigen wir den Dokumentarfilm von Bernt Engelmann und Gisela Wunderlich, die dann auch für das Nachgespräch zu Verfügung stehen. Kooperation: Katholische Seelsorge und Dachauer Forum

Mehr als Gottesdienste – die Kirchen in der KZ-Gedenkstätte Dachau / Rundgang

08.10.16 / 14:00   Treffpunkt: Besucherzentrum der KZ-Gedenkstätte

Anmeldung bis 13.45 Uhr an der Infotheke, Gebühr 4 € Die Initiative für die Errichtung religiöser Bauten auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Dachau ging zumeist von Überlebenden aus. Im nördlichen Bereich des früheren Häftlingslagers entstanden in Abstimmung mit dem Internationalen Dachau-Komitee (CID) drei „Orte der Meditation“: Die Katholische Todesangst-Christi-Kapelle 1960, die Evangelische Versöhnungskirche und die Jüdische Gedenkstätte 1967. Unmittelbar hinter der Mauer liegt das 1964 geweihte Karmelitinnenkloster Heilig Blut. Am Übergang zum Krematorium kam 1995 noch die Russisch-Orthodoxe Auferstehungskapelle hinzu. Bei dem Rundgang geht es um die Entstehungsgeschichte und Architektur dieser Bauwerke, aber auch um aktuelle kirchliche Gedenkstättenarbeit. Kirchenrat Dr. Björn Mensing, Pfarrer und Historiker, Versöhnungskirche Dachau Veranstalter: KZ-Gedenkstätte Dachau

Die Niederlande in der NS-Zeit / Vortrag

12.10.16 / 19:30   Gesprächsraum der Versöhnungskirche

Viele Deutsche verbinden mit dem Zweiten Weltkrieg und den Niederlanden die Geschichte von Anne Frank und dem Hinterhausversteck ihrer Familie. Doch was passierte in den Jahren der deutschen Besatzung in den Niederlanden noch? Die Historikerin Dr. Katja Happe geht dieser Frage in ihrem Vortrag nach. Im Mittelpunkt steht dabei die Geschichte der Judenverfolgung, aber auch Widerstand, Kollaboration und das tägliche Leben in schwierigen Zeiten im Land der Grachten und Fahrräder kommen zur Sprache. Der Vortrag stimmt auch auf die Gedenkstättenfahrt in die Niederlande ein. Kooperation: Dachauer Forum, KZ-Gedenkstätte Dachau, Katholische Seelsorge

Übergabe des sanierten Gesprächsraums / Empfang

16.10.16 / 12:00   Gesprächsraum der Versöhnungskirche

Seit 1967 ist der Gesprächsraum der Versöhnungskirche für viele Gäste der Gedenkstätte ein geschützter Ort der Ruhe und des Nachdenkens. Auch als Veranstaltungs- und Ausstellungsraum wird er wegen seiner besonderen Atmosphäre geschätzt, in der kalten Jahreszeit dient er als „Winterkirche“. Nach langjähriger Planung konnte die Sanierung des Gesprächsraums, der Büros und der sanitären Anlagen im Sommer 2016 umgesetzt werden. Nach fast 50 Jahren wurden mit Hilfe der Evangelischen Kirche in Deutschland und durch öffentliche Zuschüsse die Räume in einen zeitgemäßen Zustand versetzt. Der Empfang findet nach dem um 11 Uhr beginnenden Gottesdienst zur Eröffnung der Ausstellung „Seine Kirche aber schwieg – Zum 75. Todestag des Deserteurs und NS-Opfers Martin Gauger“, vgl. unten) statt.

KZ-Gedenkstätte Vught und Amsterdam / Gedenkstättenfahrt

29.10.16  -  01.11.16   Niederlande

Das KZ Vught, das die SS Anfang 1943 in den Niederlanden errichtete, bestand aus einem komplexen Geflecht verschiedener Lagerteile. Etwa 31.000 Männer, Frauen und Kinder wurden dort festgehalten, darunter etwa 12.000 jüdische Menschen. Im September 1944 wurde das Lager geräumt. Ein Teil der Häftlinge kam ins KZ Dachau. Der zweite Teil der Fahrt führt nach Amsterdam, wo das jüdische Viertel, das jüdische Kinder- und das Widerstandsmuseum besucht werden. Alle Orte werden durch geführte Rundgänge und Gespräche erschlossen. Geplant ist ein Zeitzeugengespräch mit Willemijn Petroff-van Gurp (97), die in einem Außenlager des KZ Dachau arbeiten musste. Die Ausschreibung kann unter Tel. 081 31/996 88-0 oder info@dachauer-forum.de angefordert oder unter www.versoehnungskirche-dachau.de/kirche/pages/Aktuell.php ausgedruckt werden.

78. Jahrestag der Pogromnacht / Gedenken mit Zeitzeugengespräch

08.11.16 / 19:00   Rathaus, Konrad-Adenauer-Straße 2-6, Dachau

In ganz Deutschland wurden am 9. November 1938 Synagogen zerstört und Juden aus ihren Häusern verschleppt. Fünfzehn Bürgerinnen und Bürger Dachaus wurden wegen ihrer jüdischen Herkunft aus der Stadt vertrieben. Nur wenige entkamen dem Holocaust. An die Opfer erinnert ein Zeitzeugengespräch mit Heinz Kounio. Dachauer Musiker mit griechischen Wurzeln wirken bei der Gestaltung der Gedenkstunde mit. 1943: Der 15-jährige Heinz Kounio wird zusammen mit all seinen Familienmitgliedern von den deutschen Besatzern seiner griechischen Heimat inhaftiert und unter entsetzlichen Bedingungen von Thessaloniki ins Vernichtungslager Auschwitz deportiert. 23 Mitglieder seiner Familie werden gleich nach der Ankunft ermordet. Er selbst arbeitet unter unvorstellbaren Lebensbedingungen 27 Monate lang in diesem und weiteren Lagern. Im Mai 1945 wird er von US-amerikanischen Truppen aus dem Lager Ebensee in Oberösterreich, einem Außenlager des Konzentrationslagers Mauthausen, befreit. Heinz Kounio hat 1981 seine Erinnerungen in Griechenland, wo er im Vorstand der Jüdischen Gemeinde Thessaloniki aktiv ist, veröfftlicht. Zu seinem Besuch in Dachau erscheint die deutsche Übersetzung unter dem Titel „Ein Liter Suppe und 60 Gramm Brot – Das Tagebuch des Gefangenen 109565“. Am Mittwoch, 9.11.16, 19.30 Uhr, stellt Heinz Kounio, der auch Deutsch spricht, sein Buch in München im Evangelischen Migrationszentrum (Griechisches Haus) vor: Bergmannstr. 46, 80339 München-Westend. Trägerkreis Pogromnachtgedenken in Dachau

Versteckt unter der Erde – Die Überlebensgeschichte der Familie Kasten / Lesung

15.11.16 / 19:00   Gesprächsraum der Versöhnungskirche

Für Dina Dor-Kasten war es nicht leicht, die Bitte ihrer Mutter zu erfüllen, die Familiengeschichte aufzuschreiben. Ausgangspunkt ist das ostgalizische Bukaczowce. Im Juli 1941 fielen die Deutschen dort ein. Für die Juden der Kleinstadt kamen schwere Zeiten, so auch für die Eltern Jossel und Lina-Liba Kasten sowie die einjährige Dina und ihren älteren Bruder Schmulik. Mordaktionen und die Abtransporte in die Vernichtungslager bestimmten den Alltag. Deshalb wagte die Familie im März 1942 die Flucht aus dem Ghetto in die Wälder. Zweieinhalb Jahre lang versteckten sie sich in einer eigenhändig gegrabenen Höhle. Mit einem starken Willen zum Weiterleben überstand die Familie die Bedrohungen durch deutsche Nazis und ukrainische Kollaborateure sowie Kälte, Hunger und Krankheiten. Zur Lesung von Julia Cortis aus der jüngst erschienenen deutschen Übersetzung des Buches kommt die Autorin aus Israel. Kooperation: Gesellschaft zur Förderung jüdischer Kultur und Tradition; Gegen Vergessen – Für Demokratie, Regionale Arbeitsgruppe München.

Wadim / Dokumentarfilm mit Nachgespräch zur Asylpolitik

06.12.16 / 19:00   Gesprächsraum der Versöhnungskirche

Als Kind flüchtete Wadim mit seinen Eltern von Lettland nach Hamburg und wuchs dort auf. Er sprach deutsch, er hatte deutsche Freunde, er fühlte sich als Deutscher. Doch einen deutschen Pass hat er nie erhalten. Mit 18 Jahren wurde er von seiner Familie getrennt und allein nach Riga abgeschoben – in ein Land, an das er sich kaum erinnern konnte. Fünf Jahre später nahm er sich in Hamburg das Leben. Eindringlich beschreibt der Film den Kampf eines Menschen, um in unserem Land einen Platz zu finden. Im Nachgespräch berichtet der Dachauer Arbeitskreis Asyl von seiner Arbeit. Kooperation: amnesty international, Gruppe Dachau; Arbeitskreis Asyl Dachau

Wagnis Solidarität – Zeugnisse des Widerstehens angesichts der NS-Gewalt / Buchvorstellung

19.01.17 / 19:30   Gesprächsraum der Versöhnungskirche

In der NS-Zeit wurde mitmenschliche Solidarität mit brutaler Gewalt zerstört. Die Wirkungen reichen bis in die Gegenwart. Ein Fokus des Buches liegt auf Lebenszeugnissen ehemaliger Häftlinge des Konzentrationslagers Dachau, die im Sinne ihrer Überzeugungen widerstanden. Die Autoren befassen sich aber auch mit den Langzeitfolgen der Zerstörung von Solidarität und beleuchten den unterschiedlichen Prozess des „Vergessens“ von Widerstand und Solidarität in Ost und West nach 1945. Zudem berichten sie aus ihren eigenen Berufsfeldern – Schule und Psychotherapie – über Begegnungen mit KZ-Überlebenden und ihren Nachkommen, in denen sich die Aktualität eindrucksvoll zeigte. Ingeborg und Jürgen Müller-Hohagen, Autoren, Dachau

Wagnis Solidarität – Zeugnisse des Widerstehens angesichts der NS-Gewalt / Buchvorstellung

19.01.17 / 19:30   Gesprächsraum der Versöhnungskirche

In der NS-Zeit wurde mitmenschliche Solidarität mit brutaler Gewalt zerstört. Die Wirkungen reichen bis in die Gegenwart. Ein Fokus des Buches liegt auf Lebenszeugnissen ehemaliger Häftlinge des Konzentrationslagers Dachau, die im Sinne ihrer Überzeugungen widerstanden. Die Autoren befassen sich aber auch mit den Langzeitfolgen der Zerstörung von Solidarität und beleuchten den unterschiedlichen Prozess des „Vergessens“ von Widerstand und Solidarität in Ost und West nach 1945. Zudem berichten sie aus ihren eigenen Berufsfeldern – Schule und Psychotherapie – über Begegnungen mit KZ-Überlebenden und ihren Nachkommen, in denen sich die Aktualität eindrucksvoll zeigte. Ingeborg und Jürgen Müller-Hohagen, Autoren, Dachau

Das Wohnlager Dachau-Ost in den ehemaligen KZ-Baracken / Filmgespräch

25.01.17 / 19:30   Bürgertreff-Ost, Ernst-Reuter-Platz 1 a, Dachau

1959 sendete der Bayerische Rundfunk (BR) den Film „Während wir schlafen“, in dem über etwa elf Minuten Aufnahmen aus der Wohnlager Dachau-Ost für deutsche Flüchtlinge und Heimatvertriebene in den ehemaligen KZ-Baracken gezeigt wurden. 1963 brachte der BR einen etwa 20-minütigen Film. Die Filmaufnahmen sind eindrückliche Dokumente über den Umgang mit der Geschichte des Konzentrationslagers in Dachau und sie zeigen den mühsamen und schwierigen Weg von Geflüchteten, die vor über 50 Jahren versuchten, in Dachau eine neue Heimat zu finden. Das Filmgespräch moderiert Jutta Neupert, die als Filmemacherin und Historikerin in Dachau lebt und sich im Arbeitskreis Asyl für Menschen engagiert, die heute in Dachau nach Flucht und Vertreibung eine neue Heimat suchen. Kooperation: Bürgertreff-Ost e.V., Katholische Seelsorge an der KZ-Gedenkstätte

Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus / Zeitzeugengespräch

27.01.17 / 19:00   Ludwig-Thoma-Haus, Augsburger Straße 23, Dachau

Der Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz wird in Deutschland seit 1996 als „Tag des Gedenkens für die Opfer des Nationalsozialismus“ begangen. In Dachau ist dazu ein Zeitzeugengespräch geplant. Trägerkreis NS-Opfer-Gedenktag in Dachau

Nebel im August / Filmgespräch über die NS-Euthanasie

01.02.17 / 19:00   Kino Cinema Dachau, Fraunhoferstraße 5

Deutschland, Mai 1943: Ernst Lossa ist 13 Jahre alt. Seine Familie gehört zur Minderheit der Jenischen, die im NS-Staat als „nach Zigeunerart Umherziehende“ verfolgt wird. Ernst kommt, weil er von anderen Erziehungsanstalten wie dem Heim im Kloster Indersdorf (Landkreis Dachau) als „nicht erziehbar“ eingestuft wird, in die Außenstelle einer Nervenklinik. Dort erkennt der Leiter sofort, dass in Ernst ein aufgeweckter, rebellischer Junge steckt, der von seinem Vater, der zeitweise im KZ Dachau eingesperrt war, wohl nicht mehr aus der Anstalt abgeholt werden wird. Schon bald merkt Ernst, dass der Tod in der Klinik kein willkürliches Schicksal, sondern Teil eines gnadenlosen und radikalen Programms ist. Kai Wessels neues Drama (126 Minuten) setzt Ernst Lossa (1929-1944) und den Opfern der NS-Euthanasie ein würdiges Denkmal. Nach der Filmvorführung wird im Kino ein Gespräch angeboten, in dem es auch um Euthanasie-Opfer aus Dachau geht. Kartenreservierungen im Kino unter Tel. 08131/26699