Veranstaltungen der Versöhnungskirche

Veranstaltungen

Herbst- und Winterprogramm 2016/2017

Veranstaltungen der KZ-Gedenkstätte Dachau

Wagnis Solidarität – Zeugnisse des Widerstehens angesichts der NS-Gewalt / Buchvorstellung

19.01.17 / 19:30   Gesprächsraum der Versöhnungskirche

In der NS-Zeit wurde mitmenschliche Solidarität mit brutaler Gewalt zerstört. Die Wirkungen reichen bis in die Gegenwart. Ein Fokus des Buches liegt auf Lebenszeugnissen ehemaliger Häftlinge des Konzentrationslagers Dachau, die im Sinne ihrer Überzeugungen widerstanden. Die Autoren befassen sich aber auch mit den Langzeitfolgen der Zerstörung von Solidarität und beleuchten den unterschiedlichen Prozess des „Vergessens“ von Widerstand und Solidarität in Ost und West nach 1945. Zudem berichten sie aus ihren eigenen Berufsfeldern – Schule und Psychotherapie – über Begegnungen mit KZ-Überlebenden und ihren Nachkommen, in denen sich die Aktualität eindrucksvoll zeigte. Ingeborg und Jürgen Müller-Hohagen, Autoren, Dachau

Das Wohnlager Dachau-Ost in den ehemaligen KZ-Baracken / Filmgespräch

25.01.17 / 19:30   Bürgertreff-Ost, Ernst-Reuter-Platz 1 a, Dachau

1959 sendete der Bayerische Rundfunk (BR) den Film „Während wir schlafen“, in dem über etwa elf Minuten Aufnahmen aus der Wohnlager Dachau-Ost für deutsche Flüchtlinge und Heimatvertriebene in den ehemaligen KZ-Baracken gezeigt wurden. 1963 brachte der BR einen etwa 20-minütigen Film. Die Filmaufnahmen sind eindrückliche Dokumente über den Umgang mit der Geschichte des Konzentrationslagers in Dachau und sie zeigen den mühsamen und schwierigen Weg von Geflüchteten, die vor über 50 Jahren versuchten, in Dachau eine neue Heimat zu finden. Das Filmgespräch moderiert Jutta Neupert, die als Filmemacherin und Historikerin in Dachau lebt und sich im Arbeitskreis Asyl für Menschen engagiert, die heute in Dachau nach Flucht und Vertreibung eine neue Heimat suchen. Kooperation: Bürgertreff-Ost e.V., Katholische Seelsorge an der KZ-Gedenkstätte

"Nie wieder" / Erinnerungstag im deutschen Fussball

27.01.17 / 10:00  -  29.01.17   

Der Anstoß zur „Initiative Erinnerungstag im deutschen Fußball“ ging 2004 von der Versöhnungskirche aus. In enger Kooperation mit Faninitiativen, dem DFB und der DFL sind zum Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus rund um den 18. Spieltag Aktionen in den Stadien der beiden Bundesligen geplant. Nähere Informationen unter www.niewieder.info oder www.versoehnungskirche-dachau.de/kirche/pages/Aktuell.php

Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus / Zeitzeugengespräch

27.01.17 / 19:00   Ludwig-Thoma-Haus, Augsburger Straße 23, Dachau

Der Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz wird in Deutschland seit 1996 als „Tag des Gedenkens für die Opfer des Nationalsozialismus“ begangen. In Dachau findet dazu ein Zeitzeugengespräch mit Leon "Henry" Schwarzbaum statt. Er wird im Februar 1921 in Hamburg geboren, wächst aber im polnischen Bedzin, der Heimat seiner Mutter, auf. Die Familie gehört zur großen jüdischen Gemeinde der Stadt. Leon liebt als Jugendlicher amerikanischen Swing und gründet mit Freunden die Band "Jolly Boys". Mit dem deutschen Überfall auf Polen 1939 endet das unbeschwerte Leben. SS- und Polizeieinheiten setzen die Synagoge mit den darin befindlichen Menschen in Brand und erschießen andere Juden. Die Familie Schwarzbaum muss ins Ghetto umziehen und wird 1943 nach Auschwitz deportiert. Leon wird vorher von der Familie getrennt. Als er im KZ Auschwitz im August 1943 ankommt, sind seine Angehörigen bereits ermordet. Als das Lager vor der heranrückenden Roten Armee Anfang 1945 geräumt wird, kommt Leon ins KZ Buchenwald, dann nach Sachsenhausen. Auf einem Todesmarsch wird er kurz vor Schwerin Angang Mai 1945 von US-amerikanischen Streitkräften befreit. Später lebt er als Antiquitätenhändler in Berlin. 2016 nahm er als Zeuge am Prozess gegen den Auschwitz-Wachmann Reinhold Hanning in Detmold teil. Veranstalter: Trägerkreis NS-Opfer-Gedenktag in Dachau

Nebel im August / Filmgespräch über die NS-Euthanasie

01.02.17 / 19:00   Kino Cinema Dachau, Fraunhoferstraße 5

Deutschland, Mai 1943: Ernst Lossa ist 13 Jahre alt. Seine Familie gehört zur Minderheit der Jenischen, die im NS-Staat als „nach Zigeunerart Umherziehende“ verfolgt wird. Ernst kommt, weil er von anderen Erziehungsanstalten wie dem Heim im Kloster Indersdorf (Landkreis Dachau) als „nicht erziehbar“ eingestuft wird, in die Außenstelle einer Nervenklinik. Dort erkennt der Leiter sofort, dass in Ernst ein aufgeweckter, rebellischer Junge steckt, der von seinem Vater, der zeitweise im KZ Dachau eingesperrt war, wohl nicht mehr aus der Anstalt abgeholt werden wird. Schon bald merkt Ernst, dass der Tod in der Klinik kein willkürliches Schicksal, sondern Teil eines gnadenlosen und radikalen Programms ist. Kai Wessels neues Drama (126 Minuten) setzt Ernst Lossa (1929-1944) und den Opfern der NS-Euthanasie ein würdiges Denkmal. Nach der Filmvorführung wird im Kino ein Gespräch angeboten, in dem es auch um Euthanasie-Opfer aus Dachau geht. Kartenreservierungen im Kino unter Tel. 08131/26699

Die Welt der Vorurteile / Lesung und Gespräch mit Ágnes Heller

16.02.17 / 19:30   Ausstellungsraum der Versöhnungskirche

Ágnes Heller, Jahrgang 1929, entging dem Holocaust in Budapest nur knapp. Sie beteiligte sich aktiv an der ungarischen Revolution von 1956. Nach langer politischer Unterdrückung emigrierte sie 1977 als Professorin für Soziologie nach Melbourne. 1986 wurde sie Nachfolgerin von Hannah Arendt auf deren Lehrstuhl für Philosophie in New York. Ágnes Heller lebt heute in New York und Budapest. In ihrem Buch "Die Welt der Vorurteile - Geschichte und Grundlagen für Menschliches und Unmenschliches" (2014) zeigt sie, unter welchen Umständen Vorurteile entstehen können. Sie fragt nach gesellschaftlichen und psychologischen Voraussetzungen und analysiert die grundlegenden Vorurteile der Moderne. In Lesung und Gespräch führt die Grande Dame der Philosophie vor Augen, was sie auch persönlich im 20. und 21. Jahrhundert erlebt hat und noch erlebt: einen ganzen Kosmos von Vorurteilen.